Auspflanzen – schweißtreibender Endspurt

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März, April und Mai sind im Garten die arbeitsreichsten Monaten. Bauprojekte können bei moderaten Temperaturen abgeschlossen, Hochbeete aufgestellt und Massen an Erde, Sand und Kompost bewegt werden.

Der Höhepunkt dieser recht kräftezehrenden Zeit ist das Auspflanzen der vorgezogenen Gemüse Setzlinge. All die verhätschelten und getätschelten Pflänzchen kommen jetzt in den Boden. Doch zuerst muss noch mehr Pflanzerde heran geschleppt und verteilt werden. Dazu werden gefühlt hunderte von vollen Gießkannen durch den Garten getragen, damit die Pflanzerde angefeuchtet – angeschlemmt – werden kann.

Vor der Ernte kommt das Schuften

All die Arbeit, damit die Kohlpflänzchen, Tomaten, Auberginen, Paprika, Kürbis, Gurken, Zucchini, Mais – einfach Alles gut unter gebracht werden kann und später gedeiht.

Allein die strategische Planung und ihre bedingte Umsetzung fordert meine ganze Konzentration. Mein größtes Problem – wie in jedem Jahr – ist der Platzmangel! Wie immer habe ich viel zu viel eingeplant und vorgezogen. Da kann ich den Kohl in diesem Jahr nicht pflanzen, dort saß letztes Jahr bereits ein Kürbis. Verd…. – ich brauche einen größeren Garten. Manchmal stehe ich wie “Lost in Space” im Garten und habe die Koordination verloren. Das Zeichnen von aufwendigen Pflanzplänen habe ich bereits vor Jahren verworfen. Gepflanzt wird bei mir eher aus dem Bauch heraus, also intuitiv. Ich dokumentiert nur wann ich etwas pflanze / aussäe.

Planung? Vergiss es

Zum Glück ist im Puffbohnenbeet eine Lücke. Dort kann ein Butternut einziehen. Dort drüben sind wohl ein paar Erbsen geklaut worden – Vögel oder Mäuse. Hier darf dann eben ein Spaghettikürbis rein. Ob ich noch ein paar Kürbis zwischen dem Mais einpflanzen kann? Eine Lücke findet sich hier keine mehr, obwohl die Kombi doch so erfolgsversprechend ist. Dafür finde ich eine Menge Nacktschnecken in diesem Hochbeet. Wie kommen die hierher? Schleimen die sich doch ein Metallhochbeetwand hoch? Langsam werde ich hektisch.

Wettervorhersage unbedingt checken

Immerhin, dass Wetter passt. Es nieselt leicht und danach wird es warm. Auch in den nächsten zwei Wochen ist kein Nachtfrost mehr angesagt. Denn die Wettervorhersage muss vor dem Auspflanz Marathon unbedingt geprüft werden. Die Eisheiligen sind 2022 vom 11.-15. Mai. Alles save bei uns hier in Nordbaden, die Nachttemperaturen bleiben konstant über 10 °C.

Wenn in rund zwei Wochen dann zum Schluß die Tomaten und Auberginen unter dem Dach einziehen, ist die schlimmste Phase geschafft. Ab dann wird das Warten auf die ersten reifen Früchte nur von gelegentlichem Jäten und Gießen unterbrochen. Darauf freue ich mich schon sehr. 

Nachtrag: Heute, am 22. Mai, sitzt rund die Hälfte der Tomaten in Kübeln und unter dem Tomatendach. Leider stehen hier immer noch fast 60 Pflanzen, für die ich zwar ein Platz gefunden habe. Aber ich bin jetzt so platt, dass ich mich gerade nicht aufraffen kann, sie zu pflanzen. Dafür lenke ich mich ab mit der weiteren Aussaat von Petersilie, Eiskraut, Okra, Beete und diversen Salaten.

Stangenbohnen und Buschbohnen sind auch schon in die Erde gelegt worden. Aber ich komme noch mit zwei Runden an Bohnen Aussaat, bis ich auch hier eine ausreichende Ernte einfahren kann. Ja, der Mai ist knackig und noch nicht vorbei.

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