Saisonstart für Physalis, Tomatillo und Co.

Die Andenbeeren haben sich wirklich ein Platz in unseren Gärtner- und Naschherzen erobert! Unkompliziert und lecker! Etwas anders sieht es mit den Tomatillos aus. Diese haben einige Eigenheiten, die sie etwas schwierig machen im Anbau. Das größte Mysterium um die Tomatillos hat sich zum Glück geklärt: Tomatillo sind nicht selbst befruchtend. Sie müssen mindestens zu Zweit sein, damit eine Chance auf Früchte besteht. 

Am 14. Januar habe ich also die nächste Generation von Andenbeere und Tomatillos auf den Weg gebracht, zusammen mit Pepino und Litschi Tomaten. Das scheint recht früh, aber bei allen aufgeführten Sorten dauert es, bis die Pflanzen ihre ersten Lampions oder Früchte tragen. Und jede Woche, welche sie früher starten bedeuten mehr ausgereifte Früchte im Spätsommer.

Ausgesät werden sie gelbe und purpurne Tomatillo, zwei verschiedene Physalis/Andenbeeren und die Pepino alle zusammen in eine Anzuchtbox. Nur etwas mit Erde bedeckt und versehen mit einer Haube steht die Box auf der warmen Fensterbank über einer Heizung. Hier bleibt die Box bis die Keimblätter der kleinen Pflänzen gut entwickelt sind. Dann wandert die Anzuchtbox zu einem etwas kühlerem Platz. Erst wenn die Pflänzchen rund 10 cm groß sind, pikiere ich sie in Pflanztöpfe. Ins Freie geht es erst ab Mitte Mai, zumeist in Pflanzkübel. In der langen Zeit im Haus brauchen sie gerade in den noch sehr dunklen Monaten Januar und Februar eine gute Portion Licht aus der Pflanzenlampe. So kommen an düsteren Tagen noch 12 Stunden Pflanzlicht zum schummrigen Tageslicht, trotz einem Platz am Südfenster.

Ab Mai kommen die Jungpflanzen Paarweise mit einer Chili, Paprika oder Cocktailtomätle zusammen in Pflanzcontainer oder Kübel auf dem Balkon und der Terrasse. So haben wir immer etwas zum Naschen. Die Kids wissen, dass man die Finger lieber von den Chilis lässt. In den letzten, heißen Jahren musste ich die Pflanzen Abschatten und für eine ausreichende Bewässerung sorgen. 

In der Regel kann ab Ende Juni bis Anfang September geerntet werden. Tomatillo machen leider schon bei Temperaturen unter 10°C schlapp. Andenbeeren sind eigentlich mehrjährig und sie vertragen auch kühlere Temperaturen. Erst ausgedehnte Nachtfröste lassen sie absterben. Im Oktober 2017 habe ich daher 5 Pflanzen ins Haus geholt. Nach anfänglichen Problemen mit einer Blattlaus Invasion stehen sie inzwischen recht gut da. Die Blattläuse habe ich mit einer Jauche aus alten Rhabarberblätter in den Griff bekommen, die ich über mehrere Wochen gegossen habe. So konnte ich bis Weihnachten weiter die Lampions ernten.
Leider habe ich kein Gewächshaus. Das wäre der ideale Ort zum Überwintern. Kühl, aber frostfrei gelagert, treiben die Physalis und Pepino nach einem ordentlichen Rückschnitt im Frühjahr wieder schön durch. Was mich nicht davon abhält alle Jahre wieder im Januar neu auszusäen. 

Share