Samen und Planen

Auch wenn es derzeit deutlich wärmer ist als in allen anderen Wintern zuvor: Vieles was im Garten „passiert“, geschieht derzeit nur in der eigenen Vorstellung. Es juckt und kribbelt, es wird geplant und wieder verworfen. Ich schleiche ständig um mein Laptop, nur um wieder irgendeine Onlinesuche zu starten. Etwa nach Schuttsteinen für Trockenmauern oder Samen von speziellen Gemüsepflanzen. Diese Verhaltensweise wiederholt sich alle Jahre wieder mit überraschender Regelmäßigkeit. Als Gärtnerin ist man es gewohnt immer etwas zu tun. Langeweile kenne ich – im Gegensatz zu meinen Kinder – nicht mehr.

Apropos Samen: Auch aus Kostengründen bin ich dazu übergegangen Saatgut von allen möglich Pflanzen zu sammeln. Tomatensamen etwa schon seit 12 Jahren. Manches mal sind es Samen von Tomaten aus dem Supermarkt. Dann allerdings besondere Sorten, wenn möglich aus dem Bioanbau. Wer will schon die 5. Generation der Hollandtomaten züchten. Ja, ich weiß, geht auch gar nicht weil diese ja F1 sind.

Aber zurück zu meinen Sammlungen. Hier finden sich nicht nur die beliebtesten Gemüsesorten der Familie. Auch Samen von Blumen aus meinem oder fremden Gärten warten darauf im neuen Gartenjahr ihre Schönheit zu entfalten. Die Blumensamen aus fremden Gärten sind mein liebstes und ein lohnendes Jagdobjekt. So habe ich zum Beispiel die dunkelrote, fast schwarze Stockrose ergattert.

Die getrockneten Samen packe ich in kleine, braune „Tränentütchen“, wie es im Onlineportal heißt. Anscheinend werden diese Tütchen gerne an Hochzeiten verteilt, um darin die Tränen der Freude aufzufangen. OK, eine gewisse Rührung erfasst mich auch, wenn ich meine Kisten voll mit Saatgut betrachte. Das passt schon mal. Ich finde sie echt praktisch, nur selber zusammen kleben mag ich sie nicht. Das ist eher was für die Bastelecke.

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