Alles bereit für die Blumenpracht

In letzter Zeit könnte man den Eindruck gewinnen, ich bin gar keine Gemüsegärtnerin. Ich kümmere mich (scheinbar) fast ausschließlich um die Blumenbeete. Für meinen Geschmack sind das noch immer viel zu wenige in unserem Garten. Denn in Wahrheit liebe ich alle Blumen (Pflanzen) in Gottes großen Garten. Ok, fast alle Pflanze. Es gibt Ausnahmen, wie die Ackerwinde, welche es meiner Meinung nach nicht geben müßte. Aber wenden wir uns wieder den „schönen“ Pflanzen zu.

Im März ist der Endspurt für die Erdarbeiten in Gemüse- oder Blumenbeete. Unkraut wird gejätet, Stauden beschnitten und abgestorbene Gemüsepflanzen auf den Kompost geschmissen. Natürlich nur, wenn sie erfroren und nicht etwa durch Pflanzenkrankheit dahin gerafft worden sind. Die kranke Pflanzen kommen in die graue Tonne.

Diese Arbeit ist jetzt so wichtig, da die Zeit der Blumenaussaat ansteht. In dem relativ kurzen Zeitfenster Ende März kommen bei mir die Saatgutmischungen mit Blüten für Insekten auf die Erde. Im Laufe der Jahre hat sich diese Period als Erfolgreichste für die Aussaat von einjährige Blumensamen etabliert.

Im April ist es bereits zu spät, die Blumen werden nicht mehr groß genug vor der leider inzwischen regelmäßig auftretenden Dürre im Frühsommer. Ich ziehe auch ein paar Blumen vor in Anzuchtkisten, doch der Platzmangel im Anzuchtschrank beschränkt die Anzahl der Blumen deutlich. Es bleibt also nur die Direktsaat.

Heute kümmere ich mich um einen Rasenstreifen zwischen Tomatenunterstand und Nachbars Zaun, oberhalb des neu aufgestellten IBC Tankes. Dieser knapp einen Meter breiten und 5 m lange Streifen wird nur von mir betreten. Und auch nur, um ihn zu mähen oder um im Hochsommer Tomaten von hier aus zu Ernten. Deshalb wandle ich den Rasenstreifen großteils zu einer Futterweide für Insekten wie Hummeln und Bienen um. Dazu erst die Grasnarbe abnehmen, dann rund 5 cm Blumenerde aufbringen. Gründlich wässern, dann kommt Saatgut einer bunten Blumenmischung auf die Erde. Zum Schluß nochmal dünn Erde darüber gestreut, leicht angedrückt und nochmals gründlich Wässern. So, jetzt können die Insekten direkt vor ihrem Hotel im Sommer die erste Futterstelle anfliegen. Es darf natürlich nicht die einzige Futterstelle bleiben. In der Saatgutmischung sind Borretsch, Ringelblumen, Kornblumen, Nelken, ungefüllte Tagetes, Lein, Hasenohr, Schafgarbe und Jungfer im Grünen enthalten. Ich säe noch Amaranth und Schmuckkörbchen mit ein fürs Auge. Also schnell noch weitere Blumenbeete ansäen, bevor es bereits wieder zu spät ist.

Sollen noch Zwiebeln und Wurzeln von einjährigen Sommerblumen, wie die Prachtscharte, Gladiolen und Crocosmia mit in das Blumenbeet, dann sollte man diese natürlich zuerst setzen, sonst stört man die Aussaat. Bis sich die ersten Spitzen der Sommerblüher zeigen, sind die Nachtfröste hoffentlich bereits Geschichte. Ich setze heute die Knollen, Zwiebeln und Wurzeln von Ismene, Prachtscharte, Crocosmia, Spinnenlilie und Ruhmeskrone. Erst dann kommen die Samen von Spinnenblumen, Wiesenknopf, Schmuckkörbchen, Zittergras, Hasenschwänzchen und Anemonen mit in die schmückende Rasenlücke.

Die Dahlien setze ich auch bereits in die Erde, allerdings in Töpfen, welche noch mindestens einen Monat in der Waschküche stehen bleiben. Hier können sie schön vortreiben, damit sie früher im Sommer blühen. Heuer habe ich mir 10 neue Dahliensorten gegönnt. Wenn alle über Knollen im Winterquartier überlebt haben, sind es 20 Dahlien im Sommer.

So, nun wende ich mich mal wieder dem Gemüse im Garten zu. 

Share