Apfelessig

Ende September habe ich meine Testereihe „Apfelessig“ gestartet.  Schon seit längerem beschäftige mich mit dem Fermentieren von Obst und Gemüse aus unserem Garten. Zusammen mit der diesjährigen Apfelsschwemme war es eine logische Konsequenz, dass ich mich nun auch mit der Herstellung von Apfelessig beschäftige.

Die drei Ansätze des Apfelessig

Der erste Ansatz war mit Schalen von sauberen, gesunden Äpfel und die Butzen – also das Kerngehäuse. Natürlich nur die ohne Bewohner. Diese sind bei der Erstellung des Apfelkompott angefallen. Zu Schade zum wegschmeißen. Auf der Suche nach Anleitungen für die Essigherstellung bin ich auf diesen gestoßen. Bisher dachte ich immer, ich muss erst Apfelwein ansetzen,   damit sich daraus dann im nächsten Schritt der Essig bilden kann. Nach dem Prinzip „Versuch macht klug“ also zuerst dieser Ansatz. Aber da ich nicht gerne einfach alles glaube, was gerade so im Internet gehypt wird und ich gerade eine Charge tolle Gläser gesponsert bekommen hatte, wurden weitere Versuche gestartet.

Der zweite Ansatz war mit dem Apfel-Birnen Saft, den wir jedes Jahr in der kleinen Kelterei von unserem Obst pressen lassen. Er ist naturtrüb,  wurde aber nach der Abfüllung Pasteurisiert, also einmal kurz auf 70° C erhitzt. Das macht es etwas schwieriger, daraus einen Essig zu machen. Daher habe ich dem Saft eine winzige Menge Gärhefe aus der Weinherstellung zugegeben. Nicht einmal eine Messerspitze. Doch es reicht für den Start des Gärprozesses.

Der dritte Ansatz war mit am gleichen Tag  aufgesammeltem Fallobst. Rund um unser Wohnort stehen Bäume, die schon länger verwaist sind. Das leckere Obst liegt dann am Boden und vergammelt. Wir ziehen dann los und suchen uns gezielt diese Bäume und sammeln das Obst vom Boden auf! Zuhause wurden die Äpfel gewaschen und entkernt, aber nur die Schadhaften Stellen an der Schale entfernt. Die Apfelschnitze mit Schale in den Entsafter und frisch ausgepresst. Dem daraus gewonnen Saft habe ich ebenfalls etwas Gärhefe zugesetzt. Interessant auch: Diesen Ansatz habe ich als letztes gemacht und der war am schnellsten soweit.

Jetzt nach 6 bzw. 12 Wochen kann ich sagen: Der dritte Ansatz mit dem frisch gepressten Apfelsaft, ist eindeutig der Beste „Rohessig“. Übrigens auch der Einzige, in dem sich eine echte Essigmutter ( MOV ) gebildet hat. Auf Platz Zwei der erste Ansatz. Dieser schmeckt allerdings nicht wirklich nach Essig. Was genau ich damit anfangen werde, weiß ich noch nicht. Was gar nicht funktioniert ist der Ansatz mit dem naturtrüben Apfelsaft.

Der Apfelessig muss jetzt noch eine Weile reifen. Perfekt hierfür wäre ein spezieller Tontopf. Aber den muss ich mir erst noch zusammen sparen. So lange tut es eine Glasflasche. Noch habe ich nicht den besten Apfelessig der Welt, aber ich bin auf dem Weg. 🙂