Rosen – Bio Edimentals

on

Lange habe ich mir der Kauf von neuen Rosen versagt. Mit kleinen Kindern im Garten war es mir immer zu gefährlich die stacheligen Schönheiten zu pflanzen. Bis auf meine Lieblingsrose „Louise Odier“ (Rosa „Louise Odier“) – eine historische Rose mit einem betörendem Duft – gab es nur die Rosen im Vorgarten.

Rosenrettung

Trotzdem sind immer wieder ein paar Rosen in den Garten gewandert. Oft, weil ich sie retten musste, wie „Schneiweißchen“ und “ Rosenrot“ – wie ich sie nenne. Diese Rosenstöcke stammen aus dem Kleingarten. Ich wollte sie dort nicht zurück lassen. Es hat etwas gedauert, doch nun wachsen sie rechts und links vom Weidebogen und bilden tolle Blüten.

Rosenlust

2023 war es dann soweit: Ich konnte endlich mal wieder meiner Rosenleidenschaft fröhnen. 4 neue Rosenstöcke sind in den Garten eingezogen. Diesmal lag mein Hauptaugenmerk auf den Eigenschaften stark duftende Rosenblätter und dicke Hagebutten. Denn seit dem Verlust der gelben Rose aus dem Kleingarten war es schwierig geeignete Hagebutten für den Kernlitee und anderern Leckereien zu bekommen. Ungespritzte Rosenstöcke finden sich leider nicht allzu oft.

Rose wurzelnackt

Alle neuen Rosenstöcke habe ich mir als Wurzelnackte Ware gekauft. Wann und wie wurzelnackte Rosen gekauft und gepflanzt werden, beschreibe ich im Artikel Rosen pflanzen.

Meine erste Wahl fiel auf eine Rose, welche der gelben Rosen aus dem Kleingarten am nächsten kam. Die ebenfalls gelbe Rose „Golden Gate“ bildet im Herbst recht große Hagebutten. Allerdings hat sie einen leichten Duft. Das und die dicken Hagebutten lassen mich über die Gelbe Blütenfarbe hinweg sehen. Sie sitz im oberen Teil des Hausgarten und darf dort vor sich hin wuchern.

Bei der zweiten Rose kam es mir vor allem auf den starken Duft an. Die Blüten der „Great Western“ sollen, wie die anderen Duftrosen aus meinem Garten, für allerlei Leckereien verwendet werden. Rosenzucker, Rosen Marmelade, Rosensalz, … sind nur die bekanntesten Einsatzmöglichkeiten. Gleiches gilt für die „Comte de Chambord“.

Info zum Titelbild: Auf der noch jungen Rose „Great Western“ sieht man deutlich die Schleimspuren der Nacktschnecke und die Blattläuse. Ein deutliches Zeichen, dass bei mir wirklich ohne Gifte gearbeitet wird. Auch ich würde nicht angeknabberte Blüten bevorzugen. Blattläuse sind mir egal, so lange sie nicht zuviel werden. Doch ein gesundes Nahrungsmittel erreiche ich nicht durch den Einsatz von Spritzmittel.

Dicke Hagebutten brauchen Zeit

Übrigens: Wenn ihr dicke Hagebutten wollt, dürfen die Rosen in der Gartensaison nicht zurückgeschnitten werden. Nur der erste Flor bildet Hagebutten, die vollständig ausreifen. Daher sind vor allem die historischen und wilden Sorten bekannt für die Verwendung ihrer Hagebutten. Sie blühen zumeist nur einmal pro Saison.
Rosen, welche öfter blühen, werden in der Regel stark geschnitten für mindestens einen weiteren, üppigen Flor. Wer lieber dicke Hagebutten ernten will, der lässt seine Gartenschere über den Sommer liegen. Auch wenn es schwer fällt – weil es ja wieder unordentlich ist. Mehr dazu im Artikel  Von Hagebutten und Kernli Tee.

Einfach schön

Auch die „Captain John Ingram“ (Rosa muscosa „Captain John Ingram“) duftet sehr stark. Doch diese Rose habe ich mir rein aus ästhetischen Gründen gekauft. An dieser Rose faszinieren mich die Knospen. Sie sehen aus, als wären sie mit Moos bewachsen. Die Rose hat mich mit diesem Merkmal zum ersten Mal im Park des Manor Blickling Hall, Norfolk in den Bann gezogen. Das war 2017!

Doch die Faszination für diese Rose ist geblieben. Jetzt endlich wächst sie im Hausgarten. Zur Zeit ist sie noch recht klein und ich muss sie vor der Nacktschneckeninvasion schützen. Doch ihre Zeit wird kommen.

Edimentals

Zu erwähnen sei noch, dass die Rosen durch ihre Nutzung zu tollen „Edimentals“ deklariert werden können. Edimentals sind Pflanzen, welche einen dekorativen Wert für den Garten haben und gleichzeitig essbar sind. Im Grunde ist das nur eine trendige Bezeichnung aus der Gartennation UK. Dabei ist es eine recht alten Form der Gartenkultur, bei welcher der Nutzwert einer Pflanze im Garten immer wichtiger war. Trotzdem wurde die Schönheit der Pflanzen auch in Szene gesetzt. Wie in den Klostergärten im späten Mittelalter.