Kräuter im Balkongarten

Auch wenn man einen anderen Eindruck bekommen kann: In meinem Balkon Gemüse Garten finden sich genauso viele Töpfe mit Kräuter, wie mit Gemüse. Besonders dann, wenn man den Stangensellerie und auch den Fenchel zur Kräuterkategorie zählt. Von beiden Gemüsesorten verwende ich mehr die Blätter als andere Pflanzenteile. Beim Fenchel bilden sich bei mir im Topfanbau immer nur kleine Knollen. Diese kleinen Knöllchen komplett zu Ernten ist für mich Verschwendung. Dafür schmeckt das Kraut des Fenchels zu gut in jedem Salat. Die – getrockneten – Samen bereite ich gerne in einem Zitronentee zu. Jetzt im Januar sieht es ein wenig traurig aus in den Kräutertöpfchen. Doch der Schein trügt, hier herrscht sehr wohl auch im Winter eine große Vielfalt.

Welche Kräuter finden sich noch in meinem Balkon Gemüse Garten? Klar, über Shiso habe ich schon oft geschrieben. Wenig beachtet, aber sehr viel genutzt werden bei mir der Zitronenthymian und der griechische Oregano. Neben dem Rosmarin die wichtigsten, mehrjährigen Kräutern in unserer Küche. Übrigens, der Rosmarin lässt sich nicht in kleinen Kübeln ziehen. Der braucht einfach Platz und ist bei mir immer verkümmert. Zum Glück kann er sich unten im Kräuterbeet gut ausbreiten.

Seit letzten Sommer habe ich endlich auch Estragon in meinem Kräuterpaket. Ich liebe diesen Geschmack. Bei den frischen Blätter ist auch eine Überdosierung dieses sehr aromatischen Krautes nicht so schlimm. Der kleine Busch ist im Spätherbst komplett eingetrocknet. Jetzt zeigen sich aber wieder die ersten grünen Spitzen. Genau wie der Chinesische Koriander zieht er sich komplett “auf die Wurzeln” zurück und treibt dann im Frühjahr wieder aus.

Ach ja, ich wollte ja immer mal über die verschiedenen Koriander Sorten schreiben. Bisher nie geschafft. Also in meinem Balkongemüsegarten finden sich zwischenzeitlich 3 Verschiedene. Der übliche Koriander wieder jedes Frühjahr neu ausgesät in allen möglichen Töpfen und Behältern und auch fleißig verwendet in unserer Küche. Der Chinesischen Koriander ist mehrjährig und hart im Nehmen. Im Herbst sterben die Pflanzen ab um dann im Frühjahr wieder voll auszutreiben. Die Blätter sind wesentlich aromatischer und machen sich gut in Suppen oder in einer frischen Salsa. Hier macht sich das knallige Aroma dieses Korianders gut. In einem Salat ist er mir zu stark. Noch ein Tipp: Chinesischen Koriander lieber nicht in den Garten setzen. Ähnlich wie Bambus oder besser Girsch marschiert er dann durch den ganzen Garten und ist nicht mehr einzufangen. Also schön im Topf bleiben.

Die dritte Sorte ist der Mexikanische Koriander. Vom Aroma kann man ihn zwischen den beiden anderen Sorten einordnen. Dieser Koriander ist bei uns nur einjährig. Bisher kaufe ich ihn jedes Jahr nach. Vielleicht sollte ich es auch einmal probieren, ihn selber zu ziehen. Samen habe ich im letzten Sommer davon genug gesammelt. Oder ich überwintere ihn zusammen mit den anderen Kräutern im Haus. Allerdings wird es auch hier inzwischen ganz schön eng. Australische Zitronenmelisse, Schnittknoblauch, Curry Leaf, Moringa, Kaffir, Weihrauchpflanze, Basilikum… glaubt mir, die Plätze an den Fenster sind alle ausgebucht.

So, das wären jetzt die Mehrjährigen Kräuter. Alle anderen Kräuter, wie Basilikum, Petersilie, Dill usw. säe ich jedes Jahr neu an oder kaufe mir auch mal Töpfe von Kräuterspezialisten. Mit den Töpfen aus Supermärkten habe ich keine gute Erfahrungen. Selten sind sie so ausdauernd wie dieser simple Basilikum im letzten Sommer.

Im Herbst blüht das Chinesische Würzkraut.

Kräuter, welche ich nur im Garten anbaue sind wie gesagt der Rosmarin und Salbei, das Olivenkraut, Chinesisches Gewürzkraut und Majoran. Wobei das Chinesische Würzkraut zwar im Beet steht, aber in einem großen Topf kultiviert wird.
Bestimmt habe ich jetzt noch welche vergessen, da ich jedes Jahr neue Kräuter ausprobiere. Nicht alle werden nach der Testphase weiter kultiviert, denn es ist auch bei den Kräutern Geschmackssache, welche immer wieder angebaut und verwendet werden. Aber die wichtigsten bzw. die oft genutzten habe ich alle aufgeführt.

Was allen Kräutern gemeinsam ist: Sie werden fleißig von mir benutzt, rund ums Jahr. Hier habe ich das bereits geschafft, was ich bei Gemüse noch erreichen müsste (wenn ich denn wollte): Eine reine Selbstversorgung mit allen positiven Nebenwirkungen! Nachmachen absolut empfehlenswert.

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