Tomaten Challenge

Gestern hat das erste digitale Garten Blogger Treffen #gbt2020 – organisiert von Volmary in Münster – statt gefunden. Natürlich aus der Not heraus geboren, war es doch ein Lichtblick in der sonst so dunklen Gartentreffen Zeit. Für mich ganz besonders, denn ich habe den Dritten Platz in der jährlich abgehaltenen Tomaten-Challenge gemacht. In diesem Jahr war die Aufgabe die schwerste Steak-Tomate zu erzielen. Die Pflanzen der Sorte „Buffalosteak“ wurde uns zur Verfügung gestellt.

Nach dem Tomaten Debakel in 2019 habe ich bereits an meiner guten Beziehung zu meinem Lieblingsgemüse gezweifelt. Aber die insgesamt vier Hitzeperioden in diesem Sommer, mit jeweils 40°C bei uns im Ländle waren einfach zu heftig für die Tomaten. Die Blütenstände sind regelrecht an den Pflanzen verbrannt, der Tipp doch ein Schattennetz über den Unterstand zu spannen kam zu spät.

Umso größer die Freude, dass meine ganzen Anstrengungen rund um die Tomatenpflanzen in diesem Jahr wieder (große) Früchte tragen. Nicht nur die Steak Tomate trägt reichlich und große Früchte. Auch die anderen 62 Tomaten machen sich sehr gut. Mit Ausnahme der Tomaten auf der Südterrasse. Hier zeigte sich an den Früchten wieder die Blütenendfäule, welche sich bei einer Unterversorgung der Früchte an Wasser und Nährstoffen bildet. Ein großen Sonnenschirm hüllt hier nun alle Tomaten in einen lichten Schatten. Aber so richtig wohl fühlen sich die Tomatenpflanzen unter dem Tomaten Schutzdach.

Was genau habe ich denn jetzt alles gemacht?

  • Zuerst habe ich zum für uns hier besten Zeitpunkt ausgesät. Mitte März ist optimal. dann haben die Tomatenpflanzen eine gute Größe bei der Auspflanzung bei uns in Baden-Baden.
  • Ich pikiere die Tomatenpflanzen fast ein wenig zu spät. Bei mir haben sie dann oft schon 10 – 12 cm. Aber die kommen fast zur Gänze beim Pikieren unter die Erde. Das fördert das Wurzelwachstum. 
  • Anfang Mai geht es dann für die meisten nach Draußen. Für die meisten unter das Tomaten Schutzdach. Zwar habe ich 12 Pflanzen bereits im April in den Unterstand gesetzt. Aber das kann auch schief gehen. Wir hatten zum Glück keinen Frost mehr, doch auch Nachttemperaturen unter 5° C verlangsamen das Wachstum bei den Tomaten. Im Endeffekt hat der Zeitvorsprung nichts gebracht.
  • Alle Tomaten haben ein tiefes Pflanzloch, in dem später das Gießwasser versickern kann und nicht abläuft. Ein paar bekommen noch extra Blumentöpfe für die spätere Bewässerung.
  • Aufgefüllt wird das Pflanzloch mit Schafwolle – der beste Ersatz für Hornspäne – , etwas organischem Dünger und Kompost. Die Mischung macht es, da der Dünger der Pflanze gleich mit Nährstoffen versorgt, Hornspäne und Kompost erst langsam die Nährstoffe abgeben.
  • Nach der Pflanzung einen gaaaanz tiefen Schluck Wasser aus der Gießkanne, dann gibt es erst einmal nichts für rund eine Woche. Das zwingt die Pflanzen ordentlich in die Tiefe zu Wurzeln.
  • Ab jetzt ist es vor allem eine Frage der richtigen Bewässerung. Je nach Temperatur und Trockenheit gibt es entweder alle Drei Tage oder auch jeden Tag einen ordentlichen Schluck Wasser.
  • In der Saison gibt es zweimal Wasser mit Brennnesseljauche und einmal Gießwasser mit Bittersalz. Das erhält die Wurzelgesundheit der Tomaten, die Früchte bilden seltener die Blütenendfäule aus. Diese zeigt ein eklatanter Nährstoffmangel bei der Fruchtbildung an.
  • Die Tomatenpflanzen werden von mir regelmäßig ausgegeizt, als die Seitentriebe heraus gebrochen. 
  • Dann gibt es noch weitere Kniffe, wie man die Tomaten groß und schwer bekommt. Pro Fruchtstand werden mehrere Früchte gebildet. Bei den großen Tomaten reduziere ich die in der Regel auf drei oder zwei Tomaten.

Vielleicht hätte ich bei der Wettkampftomate auf nur eine Frucht reduzieren sollen. Dann hätte ich vielleicht gewonnen. Aber mir war das Risiko zu groß alles auf eine Tomate zu setzen :-). Tja, nur wer wagt gewinnt. Egal, ich freue mich über meinen dritten Platz sehr. Zeigt es doch, dass ich wieder auf der Spur bin in Sachen Tomaten. Die gar nicht so einfach zu pflegen sind, wie es den Anschein hat.

Aber lasst euch nicht abschrecken eigene Tomaten zu ziehen. Es gibt inzwischen viele Sorten, die einiges Wegstecken und viele Fehler verzeihen. Und am Ende kommt es eh nur auf den guten Geschmack der sonnenwarmen, frischen Tomate an.

Die Siegertomate hat ihre Bestimmung in einer leckeren Barbecue Sauce gefunden.


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Danke an Volmary und Compo für die Organisation und Durchführung des Garten Blogger Treffen. Ihr erweitert meine Gartenwelt immens. Hoffentlich im nächsten Jahr wieder persönlich.

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