
Nun ja, Winter kann man das, was gerade passiert, nicht wirklich nennen. Viel zu warm für den Januar und moderat feucht. Was aus Sicht der Klimaentwicklung bedenklich ist, hat für mich einen großen Vorteil: Es ist Zeit für Gartenarbeit im Januar.
Eigentlich sollte man dem Garten seine Ruhephase gönnen. Doch zur Zeit kann ich im Garten so richtig schuften. Temperaturen zwischen 10° C – 15°C sind für mich die optimalen „Werkeltemperaturen“. Dann mal schnell den Flieder stutzen, neue Beetumrandungen aufstellen und altes Schnittgut entsorgen. Ehrlich gesagt hat sich im Hausgarten ein gewisser Projektstau aufgetürmt. Vor allem die Aufräumarbeiten rund um die Hecken und Koniferen im oberen Teil habe ich die letzten beiden Jahren schleifen lassen.
Aber ich bin auch zurückhaltend und fasse zum Beispiel Laubhaufen und die meisten Staudenbeete nicht an. Mal ehrlich: Arbeit gibt es trotzdem genug.
Hecken schneiden und aufräumen: Den Projektstau im Wintergarten lösen
Dieses Frühjahr muss es anders werden, sonst werde ich dem Flut an Unkraut und Efeu irgendwann nicht mehr „Frau“. Langweilig zu berichten, aber der Alltag in einem Garten, selbst wenn er wie bei mir eher als „unordentlicher“ Permagarten geführt wird. Wenn ich jetzt mit dem Rückschnitt anfange, dann schaffe ich alle wichtigen Rückschnitt Arbeiten bis zum Stichtag 1. März. Danach dürfen Hecken und Bäume nicht mehr stark zurück geschnitten werden. Sonst kostet es echt eine Menge Geld.
Beetvorbereitung im Januar: Platz schaffen für Rosen und einjährige Blumen
In den letzten drei Jahre ist das Blumenbeet beim Tomaten Unterstand komplett von Gundermann überwuchert worden. Besonders hartnäckiges Unkraut wie Gundermann lässt sich bei frostfreiem Boden im Januar erstaunlich gut entfernen. Nur ausreichend trocken sollte der Boden sein.
Rose und Clematis sind fast nicht mehr sichtbar und einjährige Blumen können sich so erst gar nicht durchsetzen. Für einen blühenden Neustart muss hier erst einmal richtig Ordnung geschaffen werden. Dann werde ich hier sowohl direkt aussäen, als auch die selbst vorgezogenen Blumen auspflanzen.
Und als ob ich nicht schon genug zu tun hätte: Es gab mal wieder Tulpenzwiebeln zum kleinsten Preis. Immer zwischen den Jahren verschleudern die Baumärkte und Gartenmärkte die Restbestände von Blumenzwiebeln. Tulpen, Narzissen, Lilien und vieles Mehr für manchmal nur einen Euro. So günstig waren sie diesmal nicht. Aber daran vorbei gehen konnte ich auch nicht. Ehrlich gesagt, kaufe ich nur noch so Tulpenzwiebeln. Spart Geld und schafft ein gutes Gewissen. Immerhin habe ich die Zwiebeln vor der Müllhalde gerettet. Was ich sagen will: Die Blumenzwiebeln kommen hier auch noch rein.
Rückschnitt vor dem 1. März erledigen, also ran an die Schere

Die kleine Weide hinter dem Beet war eigentlich nicht geplant. Keine Ahnung, wie die dahin gekommen ist. Ich werde daraus jetzt eine Kopfweide machen. Weidenruten kann man immer gebrauchen und ich finde die Vorstellung einer eigene Kopfweide im Garten sehr reizvoll. Wirklich schwierig scheint es nicht zu sein. Nur konsequent jedes Jahr die neu ausgetriebenen Zweige oben abschneiden. So wird im Laufe der Jahre eine Kopfweide daraus.
Gemüsebeete und Hochbeete vorbereiten: Kompost ausbringen im Winter

Richtig viel Aufmerksamkeit brauchen jetzt noch die Gemüsebeete. Neue Beet werden am Besten zwischen November und Ende Januar angelegt. In den Hochbeeten kann ganz viel Schnittgut versenkt werden. Der Regen kann noch den neu ausgebrachten Kompost und die Erde durchfeuchten. Apropo Kompost: Die weiteren 4 Monat Reifezeit helfen auch. Mehr zum Hochbeetaufbau im Blogbeitrag „Hochbeet im Jahresverlauf“.
Die Plätze für die drei weitere Hochbeete im Hausgarten sind bereits identifiziert. Eines soll das Hügelbeet neben dem Kompost umrahmen. Der Platz ist optimal für den Gemüseanbau. Allerdings ist die Erde durch den sehr sonnigen Platz immer schnell ausgetrocknet. Mit dem Stein-Holz Rahmen wird der Wasserhaushalt im neu entstandenen Beet hoffentlich besser werden.
Eigentlich versuche ich gerade die Grabarbeiten eher zu reduzieren und Unkraut durch das Ausbringen von Kartons zurück zu drängen. Aber komplett ohne dem klassischem Unkraut jäten geht es nicht. So werde ich wohl noch die nächsten Wochen gebückt im Garten verbringen. Ja, ein Garten macht richtig Arbeit!
Wenn ich ehrlich bin, bin ich dankbar für den deutlichen längeren Zeitraum, in dem ich wirklich etwas ranklotzen kann. Na dann, frohes Schaffen.
