Auch wenn mir das nicht bewusst war: Ich gärtnere schon lange in weiten Teilen wie eine Permagärtnerin.
- Nur gemäßigte Unkrautbekämpfung.
- Umgraben nur wenn unbedingt nötig.
- Der Kohl darf bei mir im frühen Frühjahr blühen, auch wenn der Gartenvorstand das als Vernachlässigung des Kleingartens klassifiziert.
- Im Sommer sammle ich Samen ein.
- Oder lasse Gemüsepflanzen sich selbst vermehren, wie den Feldsalat.
- Selbst vergessene Kartoffeln im Beet – welche dann wieder neu austreiben – sind in der Permakultur gewollt.
Passt also schon mal alles auf die Beschreibung einer Permakultur.
Permakultur als Soul Food: Mein Weg vom Projektstau zum essbaren Wohlfühlgarten

Natürlich kann und will ich nicht die Permakultur in ihrer Gesamtheit bei mir im Garten und auch auf dem Balkon umsetzen. Ich gehe hin und nehme dass heraus, was für mich praktikabel und umsetzbar ist. Auch das ist bereits überraschend viel und einiges ganz intuitiv bei mir entstanden. Das kann, wie ich behaupte bei jeder aufmerksamen Gärtnerin entstehen.
In meinem Permakultur-Hausgarten geht es nicht um perfekte Reihen, sondern um ein System, das mit der Natur arbeitet – und mir Zeit schenkt, statt sie zu rauben. Mit dem Ziel ein für mich geeigneter Wohlfühl Bereich zu schaffen und Soul Food zu ernten und zu geniessen.
Die besten mehrjährigen Gemüsesorten: Einmal pflanzen, jahrelang ernten
Ein weiteres Merkmal der Permakultur sind mehrjährige Gemüsesorten. Dazu könnte man auch Gemüse zählen, welches sich immer wieder selbst aussät. Es geht dabei um eine Vermehrung ohne mein direktes Zutun. Sie sind es, die einen (auch meinen persönlichen) Permagarten definieren.
Die wichtigsten, mehrjährigen Nutzpflanzen in meinem Garten sind:
- Artischocke (Cynara cardunculus var. scolymus)
- Cardy (Cynara cardunculus)
- Etagenzwiebel (Allium × proliferum)
- Winterheckenzwiebel (Allium fistulosum)
- Rhabarber (Rheum rhabarbarum)
- Topinambur (Helianthus tuberosus)
- Knollenziest (Stachys affinis)
- Broccoli (Brassica oleracea var. italica)
- Spargel (Asparagus officinalis)
- Bronzefenchel (Foeniculum vulgare ‚Purpureum‘)
Es gibt noch viele weitere, welche auch in die Kategorie Edimentals hinzu gezählt werden. Wer mehr über Edimentals nachlesen möchte, der kann sich gerne den Artikel Rosen – Bio Edimentals.
Einmal gepflanzt, jedes Jahr genießen: Die Soul-Kräuter im Permagarten
Mehrjährig sind auch viele der Kräutern. Rosmarin, Thymian, Salbei und der exotische Gewürzstrauch. Das sind alles Kräuter, welche den Winter über im Garten verbleiben. Andere Gewürzpflanzen müssen im Winter ins Haus. Diese könnte man – legt man den Begriff der Permakultur nicht zu eng aus – auch hinzu zählen.
Mehrjähriges Gemüse mal anders: Selber aussäen ist erwünscht
Die einjährigen Kräuter Schnittlauch und Dill finden sich natürlich auch in meinem Gemüsegarten. Sie gehören zur zweiten Kategorie meiner „Mehrjährigen Kräuter und Gemüse“.
Bei allen Kräutern und vielen Gemüsesorten in meinem Garten lasse ich einige Pflanzen stehen. Sie blühen und verbleiben im Beet bis zur Samenreife, so dass sie sich selbst aussäen können. Hatte ich früher echt Probleme Schnittlauch zu ziehen, nimmt er jetzt schon einen halben Quadratmeter ein. Er hat einfach seinen Platz gefunden und nimmt mir die Arbeit der Vermehrung damit ab.
Die sich Selbst aussäenden Gemüsesorten sind bei mir:
- Erdbeerspinat (Blitum virgatum)
- Baumspinat (Chenopodium giganteum)
- Rucola (Eruca sativa)
- Gartenmelde (Atriplex hortensis)
- Spargelsalat (Lactuca sativa var. augustana)
- Stangensellerie (Apium graveolens var. dulce)
- Shiso (Perilla frutescens var. crispa f. viridis)
- Gemüsemalve (Malva verticillata)
- Feldsalat (Valerianella locusta)
Die wilden Karotten zähle ich jetzt mal nicht zum Gemüse.
Viele der hier aufgezählten Gemüsesorten sind alte Kulturpflanzen oder Neudeutsch „Heirloom“. Alte Kulturpflanzen haben mich schon immer fasziniert. Gezielt habe ich sie auf speziellen Märkten gesucht und gefunden. Einen Permagarten hatte ich dabei nicht im Sinn. Eher das Neu-Entdecken einer unglaublichen Vielfalt. Erst langsam habe ich mich an den richtigen Anbau und die Nutzungsmöglichkeiten heran getastet. Oft wachsen sie Jahrelang erst einmal nur im Hausgarten oder Kleingarten, bis ich sie auch wirklich in der Küche nutze.
Frisches Grün zu jeder Jahreszeit
Wenn auch nicht in der Masse: Gerade diese Gemüse- und Kräutersorten sind eine große Bereicherung im Garten und auch in der Küche. Das fällt mir besonders im Januar auf, wenn ich ansonsten fast nichts mehr frisch aus dem Garten holen kann und darunter richtig leide. Man gewöhnt sich so schnell daran, einfach ein paar der aromatischen Blätter für die Suppe zu Mittag zu zupfen. Ich bin froh, wenn es bald wieder etwas zu ernten gibt.
Der Januar ist auch ein guter Zeitpunkt zum Start weiterer, mehrjähriger Gemüse. Bei mir sind es mal wieder die Artischocken. Davo kann man nie genug haben.
Weiter im Blog Artikel „Permagarten Teil 2“













