Rosen – Neustart im Garten für meine liebsten essbaren Blüten

Lange habe ich mir den Kauf von neuen Rosen versagt. Mit kleinen Kindern im Garten war es mir immer zu gefährlich die stacheligen Schönheiten zu pflanzen. Bis auf meine Lieblingsrose „Louise Odier“ (Rosa „Louise Odier“) – eine historische Rose mit einem betörenden Duft – gab es nur die Rosen im Vorgarten.

Ein Hauch von Tea Time für dein Zuhause

Wenn Rose auf Rhabarber trifft, beginnt die Zeit der besonderen Genussmomente. In meinem Buch „Vesper – Tea Time auf Badisch“ zeige ich dir, wie du diese feinen Nuancen aus dem Garten in stimmungsvolle Auszeiten mit Genuß verwandelst.

Erlebe Rezepte, die die badische Gemütlichkeit mit der Eleganz einer englischen Tea Time verbinden.

Sachbuch Vesper Tea Time auf Badisch
Vesper – Tea Time auf Badisch

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Rosenrettung war der Anfang vom Neustart

Trotzdem sind immer wieder ein paar Rosen in den Garten gewandert. Oft, weil ich sie retten musste, wie „Schneeweißchen“ und “ Rosenrot“ – wie ich sie nenne. Diese Rosenstöcke stammen aus dem Kleingarten. Ich wollte sie dort nicht zurück lassen. Es hat etwas gedauert, doch nun wachsen sie rechts und links vom Weidebogen und bilden tolle Blüten.

Ich kann meiner Rosenlust endlich wieder frönen

2023 war es dann soweit: Ich konnte endlich mal wieder meiner Rosenleidenschaft frönen. 4 neue Rosenstöcke sind in den Garten eingezogen. Bei der Auswahl der Rosen lag mein Hauptaugenmerk auf den Eigenschaften

  • stark duftende Rosenblätter und
  • dicke Hagebutten.

Denn seit dem Verlust der gelben Rose aus dem Kleingarten war es schwierig geeignete Hagebutten für den Kernli Tee und anderen Leckereien zu bekommen. Ungespritzte Rosenstöcke finden sich in den üblichen Gärten leider nicht allzu oft.

Kulinarischer Geheimtipp: Kernli Tee

Nach der Verarbeitung von Hagebuttenmark bleiben die wertvollen Kerne übrig. Getrocknet und leicht geröstet ergeben sie den feinen Kernli Tee. Dieser Hagebutten-Samen-Tee überrascht mit einem zart nussigen Aroma und einem ganz leichtem Vanillearoma – ein echtes Highlight aus dem kulinarischen Rosengarten.

Kernli Tee aus den mild gerösteten Samen der Rose Hagebutte.
Fruchtfleisch und Kerne der Hagebutten

Rose wurzelnackt im Herbst einpflanzen

Alle neuen Rosenstöcke habe ich mir als wurzelnackte Ware gekauft. Wann und wie wurzelnackte Rosen gekauft und gepflanzt werden, beschreibe ich im Artikel Rosen pflanzen.

Wurzelnackte Rosen pflanzen: Der Profi-Tipp

Wurzelnackte Rosen starten im Herbst optimal durch. Bei der Herbstpflanzung haben sie genügend Zeit und Feuchtigkeit im Boden, um gut anwachsen zu können.

Besonders wichtig bei der Pflanzung:

  • Vorbereitung: Die Wurzeln vor dem Einpflanzen einige Stunden gut wässern.
  • Pflanztiefe: Die Veredlungsstelle muss etwa 5 cm tief unter der Erde liegen, um sie vor Frost zu schützen.
  • Besonderheit Chinesis Rose: Chinesische Rosen (China-Rosen) müssen sogar noch tiefer gesetzt werden – hier liegt die Veredlungsstelle idealerweise 10 cm tief im Erdreich.
  • Anhäufeln: Nach dem Einpflanzen die Triebe gut mit Erde anhäufeln, bis sie angewachsen sind.

Mit dieser Methode wachsen deine wurzelnackten Rosen kräftig an und belohnen dich im Sommer mit einer üppigen Blütenpracht.

Mehr Tipps zu Rosen als Edimentals

Entdecke weitere Inspirationen rund um naturnahe Rosen und essbare Blüten in meinem Garten-Blog.

Winterschutz bei Rosen gibt es bei mir nur selten

Die meisten meiner Rosen schütze ich nicht im Winter. Zum einen haben wir hier ein Weinbauklima. Nur alle paar Jahre gibt es mal ein paar Tage unter -5 °C. Zudem habe mit nur einer Ausnahme, nur harte Rosensorten im Garten. Last, but not least: Ich spare mir den Rückschnitt für das Frühjahr auf. Denn auch die langen Zweige schützen die Rose vor zuviel Frost.

Eine Rose schütze ich aber doch vor Frost mit einem Sack: Die Mutabilis Rosa turkistancia ‚Tipo Ideale‘ aus der Grupper der Chinarosen. Sie ist etwas empfindlicher, muss tiefer gesetzt werden und am besten an einem windgeschützten Ort. Ihr Vorteil: Sie ist deutlich trockenverträglicher als andere Rosensorten, kommt aber auch mit einem halbschattigen Platz klar. Übrigens gehört diese Rose zur Gruppe der Rosen: „Da, weil einfach schön“.

Manchmal ist es einfach nur ihre Schönheit, welche mich fasziniert

Die „Captain John Ingram“ (Rosa muscosa „Captain John Ingram“) duftet sehr stark. Doch diese Rose habe ich mir auch aus rein ästhetischen Gründen gekauft. An dieser Rose faszinieren mich die Knospen. Sie sehen aus, als wären sie mit Moos bewachsen. Die Rose hat mich mit diesem Merkmal zum ersten Mal im Park des Manor Blickling Hall, Norfolk in den Bann gezogen. Das war 2017!

Es hat lange gedauert, bis ich sie hier in Deutschland gefunden habe. Doch die Faszination für diese Rose ist geblieben. Jetzt endlich wächst sie im Hausgarten. Zur Zeit ist sie noch recht klein und ich muss sie vor der Nacktschneckeninvasion schützen. Doch ihre Zeit wird kommen.

Rosen sind die schönsten Edimentals

Zu erwähnen sei noch, dass die Rosen durch ihre Nutzung in der Küche als „Edimentals“ bezeichnet werden können. Edimentals sind Pflanzen, welche einen dekorativen Wert für den Garten haben und gleichzeitig essbar sind. Im Grunde ist das nur eine trendige Bezeichnung aus der Gartennation UK. Dabei ist es eine recht alte Form der Gartenkultur, bei welcher der Nutzwert einer Pflanze im Garten immer wichtiger war. Trotzdem wurde die Schönheit der Pflanzen auch in Szene gesetzt. Wie in den Klostergärten im späten Mittelalter. Mehr zu diesem Thema findet ihr im Beitrag „Rosen als Edimental: Ernte, Aromen & kreative Ideen für die Küche“.