Aster – die Blumen-Königin des Herbst

Zwar blühen bei den vielseitigen Vertreterinnen dieser Blumenfamilie bereits Einige im Sommer. Doch die Aster ist die Königin des Spätherbstes. Die Blumenbeete werden schon von trockenen Pflanzenteilen dominiert, da zünden die Herbst- und Winterastern ihr Farbfeuerwek. Lässt sich der erste Frost Zeit, können sie auch noch Anfang Dezember blühen.

Aster Rettung vom Kompost

Meine allererste Aster im Garten war die blaue Glattblatt Aster (Aster novi-belgii). Welche Sorte kann ich nicht sagen, da ich sie von einem „illegalen“ Komposthaufen gerettet habe.

Einer der ordentlichen Kleingärtner hatte sie nach der Blüte ausgegraben und einfach über den Zaun geschmissen. Verblühte Blumen kann man ja nicht im Beet sitzen lassen. Da sieht man mal, wie dumm dieser Ordnungssinn ist.

Allerdings kann bis heute nicht sagen, was ich merkwürdiger finde: Ein schöne Pflanze entsorgen oder als „ordentlicher“ Kleingärtner illegal Kompost am Waldrand entsorgen.

Nachhaltige Aster statt Müllproduktion

Immerhin war dieses Erlebnis der Beginn für mein Interesse an Astern. Seit dem habe ich mir jedes Jahr ein oder zwei neue Astern gekauft.

Dabei vermeide ich komplett die einjährigen Sommerastern (Callistephus chinensis). Sie gehört noch nicht einmal zu dieser Blumenfamilie, sind eine eigene Gattung. Leider sind sie im Blumenhandel stark vertreten, gerade jetzt im Herbst. Selbst im Supermarkt werden Sommerastern angeboten. Das ist eine riesige Müllproduktion und alles andere als nachhaltig.

Zumal es ein riesige Auswahl an mehrjährigen Alternativen gibt. Da gibt es die

  • Glattblatt-Astern (Symphyotrichum novi-belgii),
  • Raublatt-Astern (Symphyotrichum novae-angliae),
  • Kissen-Astern (Symphyotrichum dumosum)
  • Alpen-Aster (Aster Alpinismus) 
  • Waagerechten Aster (botanisch: Symphyotrichum lateriflorum, früher Aster lateriflorus), auch bekannt als Myrten-Aster.

Start meiner Aster Liebe im Herbst

Meine zweite Aster ist wirklich etwas Außergewöhnliches: Die waagrechte Aster „Lady in Black“ (Aster lateriflorus var. horizontalis). Die erste Pflanze habe ich in Norfolk gekauft, zu einer Zeit, als man noch Pflanzen von dort mitbringen durfte. Also vor dem Eintritt des Brexit.

Auch Astern brauchen etwas Wasser

Im Sommer 2022 wäre sie mir fast komplett abgestorben. Ich dachte, da Astern Trockenheit vertragen, muss ich sie nicht gießen. Doch dieser extreme Sommer war auch für eine Aster zu heiß. Nur ein kleine Wurzelstück hat überlebt. Learning: Auch wenn Astern trockenheitsverträglich sind, ein wenig Wasser brauchen sie doch. Ansonsten sind sie genügsam.

Mein Pflegefehler hätte fast meine Lieblingsaster zerstört

Nach ein sorgfältige Pflege über den Winter ist dieses Wurzelstück wieder zu einer wahren Schönheit heran gewachsen. Die „Lady in Black“ sitzt jetzt in einem großen Pflanztopf und jedes Jahr setze ich eine Lachsfarbene Dahlie dazu.

Astern Feuerwerk im Vorgarten zu Halloween

Auch meine Astern im Vorgarten sitzen alle in Pflanztöpfen. Dort finden sich die spektakulärsten Astern. Die rote Winteraster „Brockenfeuer“ und die orangene „Bronzekrone“ (beide Chrysanthemum x hortorum). Rechtzeitig zu Halloween öffnen sich ihre Blüten und bilden so einen farblich stimmigen Hintergrund für die Dekoration. Mein Vorgarten wird bunter.

Pflege für die Schätzchen

Den Rückschnitt für all diese Astern erledige ich erst im Frühjahr, wenn sich die neuen Triebe zeigen. Nicht nur weil ich eine faule und unordentliche Gärtnerin bin. Mir gefällt dieses durchaus morbide Bild der ganzen vertrockneten Stauden und Pflanzenteile im Blumenbeet.

Meine neueste Aster ist die Rauhblatt Aster „Rubinschatz“ (Aster novae-angliae) im trocken verträglichen Staudenbeet. Diese Aster schneide ich nicht zurück. Sie wächst recht langsam, sieht aber wirklich hübsch aus neben der Fetthenne.