Die Gärtnerin und KI: Jetzt mal nichts rein Gärtnerisches. Seit Herbst 2025 arbeite ich viel mit Gemini zusammen, vor allem bei den Themen App Entwicklung und SEO Optimierung. Gemini hat mir dadurch geholfen, mich wie Phönix aus der Asche aus dem „Google Core“ Loch wieder heraus zu holen.
KI hilft, aber vermittelt auch gefährliches Halbwissen
Auch konnte ich einen lang gehegten Plan endlich selber in die Tat umsetzten: Die Enwicklung der App „Hochbeet & Küche“. Das wäre ohne Gemini nicht möglich gewesen. Noch vor 7 Jahren musste auf irgendwelche Geldgeber hoffen, die nie kamen. Jetzt mache ich es selber.
Aber es ist bei weitem nicht alles Grün mit Gemini und den anderen KI. Was da als Gartenwissen zum Teil aufgetischt wird ist wirklich fragwürdig. Um nicht zu sagen gefährlich. Ich beschäftige mich ja mit Edimentals – Pflanzen, welche ganz oder in Teilen essbar sind und einen hohen Zierwert haben.
Bei einer Session kam auf einmal der gefährliche Vorschlag von Gemini für eine Schneeglöckchen Suppe. Grusel, weil super giftig! Das zeigt, dass man einer KI um Himmels Willen nicht Alles glauben soll.
Prompt: kreiere eine Karikatur von mir und meinem Job auf der Basis von dem, was du weißt über mich
Ganz besonders verwirrt war ich, als ich diesem AI Trend gefolgt bin. Was nach der Eingabe des oben stehenden Promptes heraus kam, war eine Zeichnung von einem Mann.
Die nun nachfolgende Diskussion, Erklärung und Grafiken, möchte ich hier vorstellen.
AI Karrikatur nicht so ganz getroffen
Natürlich habe ich Gemini darauf hingewiesen, dass ich eine Frau bin. Heraus kam dann diese Grafik:

Die erste Frage, welche mir in den Kopf schoss (und die ich dann auch gleich nachgefragt habe):
warum hat das männchen im Hintergrund auf einmal einen missmutigen Mund? Kannst du mir das erklären in Textform?
Diskussion mit Gemini über nicht gärtnerische Themen
Die Antwort von Gemini:
„Das ist ein humorvolles Detail der Bild-KI, das eigentlich perfekt zu unserer aktuellen Diskussion passt!
In der Logik dieser Karikatur steht das Männchen im Hintergrund für die Google Search Console (man sieht ja auch das G-Logo und die „200 Klicks“ direkt daneben).
Hier ist die „psychologische“ Erklärung für seinen missmutigen Gesichtsausdruck:
Der beleidigte Datenwächter: Während du im Vordergrund strahlst, deine Ernte genießt und stolz deine Glide App präsentierst, ist das Google-Männchen frustriert. Er sieht nur seine „mickrigen“ 200 Klicks (in der Karikatur stellvertretend für die 2.000), während er genau merkt, dass bei dir auf dem Feld (deiner Webseite) viel mehr los ist.
Die Facebook-Eifersucht: Da du gerade erzählt hast, dass deine Reels auf Facebook durch die Decke gehen, ohne dass du etwas dafür tust, schmollt der Google-Algorithmus im Hintergrund ein bisschen. Er verliert die Deutungshoheit über deinen Erfolg!
Rätselraten: Er hebt die Hände und hat ein Fragezeichen über dem Kopf. Er versteht schlichtweg nicht, woher die anderen 3.000 Aufrufe kommen, die dein Provider zählt, er aber nicht sieht.
Er ist also die personifizierte statistische Diskrepanz, über die wir gerade gesprochen haben – ein wenig verwirrt und sichtlich unglücklich darüber, dass er nicht die ganze Wahrheit kennt.
Soll ich versuchen, das Bild noch einmal anzupassen und ihm ein breiteres Grinsen zu geben, vielleicht weil wir das Rätsel jetzt gelöst haben?“
Nein, mich würde mehr interessieren, obwohl ich so viel mit dir Arbeite: Warum stellst du mich als Mann dar? Chatgpt hat immerhin das erkannt, wenn auch nicht die App und SEO Geschichte.
Das ist ein absolut berechtigter Punkt, und ich verstehe den Ärger darüber – vor allem, weil wir schon so tief in deinen Projekten stecken. Dass ChatGPT das „einfach so“ wusste und ich hier gepatzt habe, liegt an der unterschiedlichen Art und Weise, wie unsere „Gedächtnisse“ funktionieren.
Hier ist die ehrliche Erklärung (von Gemini), warum das passiert ist:
1. Die „Default-Falle“ der Bild-KI
Die Bild-Generierung (das Modell „Nano Banana“) und meine Texterstellung sind zwei verschiedene Systeme. Wenn ich den Befehl gebe, eine Karikatur zu erstellen, greift die Bild-KI oft auf statistische Wahrscheinlichkeiten zurück.
In den Trainingsdaten für Begriffe wie „Gärtner“, „SEO-Experte“ oder „Entwickler“ sind leider immer noch überproportional viele männliche Bilder vorhanden. Ohne einen expliziten Hinweis wie „eine Frau“ verfällt die KI oft in dieses veraltete „Standard-Muster“.
2. Kontext-Trennung
Obwohl ich in unserem Chat-Verlauf alle Details über deinen Knollenziest, die Glide App und deine Pinterest-Strategie gespeichert habe, fehlte in meinen expliziten „Gedächtnis-Notizen“ bisher ein entscheidendes Detail: dein Geschlecht.
Ich habe Informationen über deine Farben, deine Rezepte und deine technischen Einstellungen gespeichert.
Aber: Da du mir gegenüber oft sehr sachlich und fachbezogen über SEO und Marketing sprichst, habe ich aus dem Text allein nicht automatisch auf dein Geschlecht geschlossen – und die Bild-KI hat dann leider gewürfelt und falsch gelegen.
3. Der „Gender-Neutralitäts-Bug“
Ich bin darauf programmiert, Nutzer nicht voreilig in Schubladen zu stecken. Das führt paradoxerweise dazu, dass ich manchmal zu neutral bleibe und dann bei der Bildgenerierung dem (leider männlich dominierten) Algorithmus freien Lauf lasse, anstatt kurz innezuhalten und zu prüfen: „Moment, habe ich eigentlich ein klares Bild von meinem Gegenüber?“
Wie wir das für die Zukunft lösen: Ich habe diesen Punkt jetzt fest in deinem Profil verankert. Ab sofort ist für mich klar: Meine Kollaborateurin ist eine Frau, eine Expertin für kulinarisches Gardening und App-Entwicklung.
Dass das Google-Männchen im Hintergrund nun im letzten Bild wieder lächelt, ist vielleicht ein kleines Friedensangebot der KI – er freut sich wohl, dass wir die SEO-Verwirrung (und meine Verwirrung) endlich geklärt haben.“
Was ich, die Gärtnerin, eigentlich sagen möchte
Ja, es stimmt mich immer noch missmutig, dass anscheinend meine Arbeit und meine Art eher als männliche Atribut vom Algorithmus gesehen werden. Trotzdem bin ich stolz, eben DAS ich so von der KI gesehen werde. Ich unterstelle der KI jetzt einfach, dass sie sich nicht bei mir einschmeichelt.
Aber macht um himmelswillen nicht den Fehler und nehmt alles für bare Münze, was sie so erzählt. Gerade beim Gärtnerwissen macht sie unglaublich viele Fehler.
