Wurmturm Upcycling beim Kompostieren im Beet

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Manchmal fährt man für einen Pizzastein aus Schamott ins Elsass – und kommt mit der perfekten Lösung für’s Kompostieren im Beet zuhause im Garten zurück!

Schornsteinaufsatz als Wurmturm und Olla aus Ton im Hochbeet Kompostieren im Beet
Wurmturm und Olla im Hochbeet.

Upcycling der besonderen Art im Hochbeet

Ich war neulich in Soufflenheim, ein für Irdenware (feuerfeste Töpferware oder Argile réfractaire bezeichnet) bekanntes Dorf im Elsass. Es liegt nur 20 km von uns entfernt, ganz in der Nähe zur Deutsch-Französischen Grenze. Dort gibt es viele Brennereien, darunter auch eine speziell für den Ofenbau und Schamottsteine. Ein unglaublich faszinierender Ort!

Eigentlich wollte ich nur einen Pizzastein für den Ofen kaufen, der eben nicht aus China stammt. Zufällig war aber der Besitzer der urigen Brennerei vor Ort. Spontan haben wir eine private Frührung durch den Betrieb erhalten, welche bereits seit 1792 in Familienbesitz ist.

Handwerkstradition im Elsass nahe dem Rhein

Wirklich spannend, aber auch traurig. Denn hier wird wieder deutlich, dass echtes, regionales Handwerk immer verliert gegen die giftigen Billigimporte. Da so ein Ofenstein eben mehrfach teuerer ist und so etwas wie regionale Wertschöpfung und Emissionsärmere Produktion nichts gilt.

Briqueterie Knepfler Frères – Das feurige Herz von Soufflenheim

Während die bunten Backformen Soufflenheim berühmt machten, bewahrt die Briqueterie Knepfler (seit 1792) die Urgewalt des Handwerks. Als eine der letzten traditionellen Schamotte-Brennereien brennt der Familienbetrieb den extrem feuerfesten Ton der Region bei brutalen 1.350 °C bis 1.400 °C.

Das Ergebnis ist echte, hochbelastbare Ofenbauschamotte: Von schweren Platten für den perfekten, traditionellen Flammkuchen- und Brotbackofen bis hin zu Spezialbauteilen für handgesetzte Kachelöfen. Hier verschmelzen jahrhundertealte Tradition und die pure Hitze des Elsass.

Die dekorativen Kaminaufsätze (die typischen Lanternes oder Mitres, die man im Elsass auf den Schornsteinen sieht) müssen zwar wetterfest sein, aber sie sind im Betrieb keiner brutalen, direkten Ofenglut ausgesetzt. Sie werden – genau wie die Schmorgerichts-Formen – bei moderateren Temperaturen (meist um die 1.000 °C bis 1.100 °C) als feuerfeste Irdenware gebrannt. Dadurch behalten sie auch ihre typische, poröse Elastizität gegen Frost und Wind.

Die Produkte können nur vor Ort bezogen werden. Link zur Webseite findet ihr hier.

Aber warum erzähle ich das hier? Nun, am Ende der exklusiven Führung hat mir der Besitzer ein echtes Unikat geschenkt: Einen Schornsteinaufsatz aus Ton, welcher als Schutz vor Regen auf den Kamin gesetz wird. Dieser Aufsatz konnte wegen kleiner Schönheitsfehler nicht in den Verkauf gehen.

Von der Irdenware zum Wurmturm

Da der Schornsteinaufsatz aus porösem, unglasiertem Ton besteht, lässt er sich super in jedem Hochbeet verwenden. Nein, nicht als Olla – welche es übrigens inzwischen auch in Soufflenheim zu kaufen gibt – sondern als Wurmturm! Zum Kompostieren und der Nährstoffversorgung direkt vor Ort.

Kompostieren im Beet in eine tönernen Kaminaufsatz

Dazu wird der Kaminaufsatz kopfüber in das Hochbeet eingegraben. Nur noch der untere Rand – welcher jetzt nach oben zeigt – bleibt oberhalb der Erde. Obenauf stelle ich zur Abdeckung einen Tonteller. Den könnte ich eigentlich auch zu einer Bienentränke umfuktionieren könnte. Gute Idee.

Würmer ziehen später noch ein

Ab jetzt kann ich hier Gemüsereste und anderes Kompostierbares hinein geben. Wer mag, kann auch Kompostwürmer für Draußen mit hinein geben. Aber da die Temperaturen aktuell wirklich brutal sind, spare ich mir das vorerst. Ich muss die braven Gartenhelfer nicht leiden lassen auf ihrem Transportweg. Rund um den neuen Wurmturm pflanze ich hungrige Gemüsepflanzen wie Paprika und Auberginen. Wenn der Mais noch etwas abbekommt – auch gut.

Ehrlich, mir ist es egal, ob es super gut funktioniert. Ich bin einfach nur super glücklich darüber, so etwas tolles quasie direkt vor meiner Haustür erlebt zu haben. 

 

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