Manchmal läuft im Leben so wie man es sich wünscht – und dann knallt die Tür kurz vor dem Ziel einfach zu.
Ich wollte heute mal einen Blick hinter die Kulissen gewähren, der sonst auf Social Media oder in polierten Blogartikeln selten Platz findet. Es geht um einen verpassten Buchvertrag, um Enttäuschung und darum, wie schwer es ist als unabhängige Content-Creatorin mit Anspruch für die eigene Arbeit, überhaupt entlohnt zu werden.
Keine Frage: Ich liebe meinen Blog hier, meine Arbeit im Garten und das ich Beides auf so wunderbare Weise verbinden kann. Ich mache das jetzt seit 10 Jahren und ich könnte ewig so weiter machen. Wenn, ja wenn ich nicht den Druck hätte, meine Liebe zumindest soweit zu monetarisieren, dass sie sich selber trägt.
Der Traum vom eigenen Buch
Schon seit langer Zeit stecke ich mein gesamtes Herzblut, meine Praxiserfahrung aus dem Garten und unzählige Stunden Recherche in meinen Gartenblog und in Selfpublished Projekte.
Als sich nun die Chance auf einen echten Buchvertrag bei einem Fachverlag ergab, war meine Freude riesig. Monatelang habe ich Konzepte gefeilt, Inhaltsverzeichnisse strukturiert, Pflanzen arrangiert und fotografiert, Probeseiten geschrieben und unendlich viel Energie investiert.
Am Ende hat es leider trotzdem nicht geklappt. Die Verhandlung platzte, der Vertrag kam nicht zustande. Warum, dass erkläre ich euch gerne in einem weiteren Beitrag ausführlich. Coming Soon!
Das tut weh. Vor allem, weil ein ganz großer Traum von mir geplatzt ist. Es ging mir nicht ums Geld – das System der Autorenbezahlung ist inzwischen so pervertiert, dass bei einem Buchpreis von 25,- € eines verkauften Buches eh nur rund 1,- € bei mir hängen bleibt.
Es ging mir um mein Vermächtnis und die Anerkennung für eine gute Arbeit mit Qualität. Aber die Realität sieht inzwischen ganz anders aus.
Die Realität hinter „kostenlosem Content“
Wir haben uns alle daran gewöhnt, dass im Internet alles kostenlos verfügbar ist: Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Rezepte, Aussaatkalender und persönliche Erfahrungswerte. Oft nur noch angezeigt über das KI Feld der Suchmaschinen.
Dass dahinter IMMER die Arbeit von Jemanden steckt(e), wie zum Beispiel jeden einzelnen Blogartikel auf dieser Website, dass wird nicht mehr gesehen. Denn auch die Suchmaschinen crawlen (durchsuchen) meine Beiträge und verwenden kostenlos ihre Inhalte. Unentgeldliche Arbeit für:
- Stundenlanges Ausprobieren, Fehler machen und Dokumentieren im Garten
- Das Schreiben, Korrigieren und Aufbereiten der Texte
- Erstellen von Rezepte
- Fotos, Formatierung und die technische Pflege der Website
- SEO Marketing, Analysen, uvm.
Für den Buchmarkt bedeutet das, dass die Verkaufzahlen von Ratgebern gerade in den letzten beiden Jahren massiv eingebrochen sind. Es spielen noch weitere Faktoren mit rein, aber das Ergebnis bleibt gleich: Ratgeber lohnen sich nicht mehr.
Auch die Verlagsbranche leidet
Ich will dem Verlag keinen Vorwurf für ihre Absage machen. Die Absage erfolgte aus rein wirtschaftlichen Erwägungen und basierte ausschließlich auf strikten Budgetentscheidungen – nicht auf der Qualität meines Konzepts.
Denn auch die Verlagen leiden massiv unter dieser „Kostenlos Mentalität“. Vor allem Ratgeber werden heute zumeist nur noch rentabel verkauft, wenn dahinter ein bekannter Influenzer mit 100.000 + Follower steht. Dabei wird nicht der Inhalt, sondern ausnahmslos das Gesicht verkauft. Nur dann können die horrenden Marketingkosten überhaupt noch bewältigt werden, um ein Buch auf dem Markt sichtbar zu machen.
Was dabei aber leider allzuoft leidet, ist die Qualität der Ratgeber. Nicht falsch verstehen, auch unter den Influenzern gibt es Experten. Aber sie werden weniger und es ist nicht ihr Fachhwissen, welches die Bücher verkauft.
Es geht nur noch um die reinen Verkaufszahlen, Qualität hat keinen Stellenwert mehr. Die Verlage zahlen nur noch drauf, wenn sie nicht diesem Trend folgen. Gerade die kleineren Fachverlage kommen ebenso unter die Räder, wie die echten Autoren von Ratgebern.
Ich könnte euch so viele Geschichten erzählen, gegen wie viele Mauern ich in den letzten Jahren bereits gelaufen bin. Auch als Selfpublisherin. Es gibt wirklich nichts, dass ich nicht bereits probiert habe. Epup, a…, th…, und die ganzen anderen Geschichten. Kosten nur Geld, bringen nichts.
Es ist nur krass, wie verkorkst der Buchmarkt inzwischen ist, gerade für gute Ratgeber. Aber etwas ändern kann ich nicht mehr daran. Denn ich erreiche euch ja nicht, auch nur um zu sagen: Hört auf nur diesen Dummschwätzern auf den Sozialen Medien ohne Gedanken zu folgen und fangt an wieder den Wert der Arbeit hinter einem guten Buch oder Blog zu sehen! Zeigt eure Wertschätzung in barer Münze und gebt um Himmelswillen endlich mal wieder den Kleinen eine Chance.
Wie es jetzt weitergeht
Ich werde natürlich nicht aufhören, mein Wissen, meine Anleitungen und meine Gartentipps hier auf dem Blog mit dir zu teilen. Zumindest so lange ich es mir noch leisten kann.
Ich werde auch weiterhin dem Algorythmus den Stinkefinger zeigen und mich nicht zur Hampelfrau machen. Ist mir zu anstrengend.
Ich werde auch das Buch schreiben. Aber ob es jemals veröffentlicht wird, dass überlasse ich ab jetzt dem Universum.
Ich könnte einen Ratgeber darüber schreiben, wie man ein Buch veröffentlicht. Aber da es null Erfolgschancen gibt, wäre das Buch eher Prosa. Damit lässt sich dann immerhin etwas Geld verdienen. Manchmal.
Wenn dir meine Artikel (trotzdem) bei deinen eigenen Projekten im Garten geholfen haben, wenn sie dir Fehlschläge erspart oder einfach eine Freude gemacht haben, kannst du mir dabei helfen, diesen Blog unabhängig und frei zugänglich zu halten.
