Das ultimative Edimental: Cardy perfekt im Garten & auf dem Teller

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Bereits im ersten Jahr mit meinem damals neuen Hausgarten sind Artischocken und Cardy (Cynara cardunculus var. cardunculus) eingezogen. Mit den Artischocken hatte ich damals so meine Startschwierigkeiten. Doch die Cardy gedeihten und gedeihen prächtig in meinem Garten. Getreu dem Permakultur Motto durch selbst Aussaat.

Cardy – eine fast vergessene Gemüsepflanze aus dem Mittelmehrraum

Dabei war mir der größte Vorteil dieser hübschen Pflanzen Anfangs noch gar nicht bekannt. Für mich waren sie zu allererst einfach hübsche und pflegeleichte Stauden. Im Sommer adelt sie mit ihren silbergrauen, tief geschlitzten Blättern und den violetten Distelblüten jedes Staudenbeet. Sie bringt Struktur in meine oft wilden Beete.

Doch die Blüten der Cardy sind nicht essbar. Deutlich kleiner, bilden sie nicht den fleischigen, leckeren Boden der Blüte, wie bei Artischocken.

Cardy – ein beliebtes Edimental im Mittelmeerraum und der Schweiz

Wie ich darauf gekommen bin, dass die Blattstiele des Cardy essbar sind, weiß ich nicht mehr. Viele Informationen über die Verwendung von Cardy gibt es im Deutschsprachigem Raum nicht.

Dabei ist Cardy in Frankreich (insbesondere in der Region Lyon), in Italien, der Schweiz und auch in Marokko eine beliebte Delikatesse. Das wohl bekannteste Gericht mit Cardy, Kardone oder Cardo ist das „Gratin de Cardones“. Es wird in der Region um Lyon und auch in Genf gerne zum Weihnachtsessen serviert.

Viele leckere und gesunde Rezepte mit Cardo

Ein weiteres „Cardo“ Rezept aus Piemont finde ich auch sehr gut. Hier ist Cardy ein beliebtes Fingerfood. Kurz blanchiert oder auch paniert und ausgebacken, wird der Cardo – wie er hier heißt – mit der berühmten Bagna Cauda serviert. Bagna Cauda ist ein warmer Dip aus Olivenöl, Knoblauch und Sardellen. Die Cardy-Stücke werden im Winter auch roh (oft nach dem ersten Frost, wenn sie milder sind) hineingetunkt.

Mein eigenes Rezept mit Cardy

Ich selber esse die Cardy Stiele am liebsten im Frühsommer. Dann sind die Blattstiele noch nicht so faserig und hart. Nur kurz angedünstet in einem neutralen Öl, so kommt der feine Artischocken Geschmack am besten durch.

Da der Geschmack sehr dezent ist, geht er leider leicht verloren. Selbst die Verwendung von meinem geliebten Olivenöl unterdrückt ihn bereits. Dafür bleibt das knackig-crunche Mundgefühl lange erhalten. 

Cardy im urbanen Balkongarten selber ziehen

Eher selten findet man Cardy als Pflanze zu kaufen. Zum Glück ist die Aufzucht von Cardy sehr einfach. Man nehme im Januar mehrere Pflanztöpfchen, füllt sie mit guter Erde und legt je einen zuvor eingeweichten Cardy Samen in ein Pflanztöpfchen. Das wars.

Mehr zum Thema Winteraussaat von Cardy findet ihr im Blogbeitrag Nur die Harten kommen in den Garten: Winteraussaat von Artischocke und Co..

Die Pflanztöpfchen einfach draußen stehen lassen und warten. Wichtig dabei: Die Erde darf nicht austrocknen und sie sollten Schneckensicher stehen. 

Cardy – Schnell & einfach selbst anziehen als Winteraussaat

  • Aufzucht: Sehr einfach über Aussaat ab Januar in 12er Pflanztöpfchen.
  • Aussaat: Je einen zuvor eingeweichten Samen pro Pflanztöpfchen in gute Erde legen.
  • Standort: Die Töpfe einfach draußen stehen lassen. Es darf gerne Frost drüber.
  • Pflege & Schutz: Erde feucht halten (nicht austrocknen lassen) und unbedingt schneckensicher platzieren.
  • Info bei Anbau im Pflanztopf: Für einen Cardy muss der Topf min. 40 cm haben, besser mehr. Ohne weitere Unterfplanzung.

 

Cardy ist eigentlich winterhart, aber gerade im ersten Winter brauchen die Pflanzen Schutz bei Frost und Schnee. Das „Herz“ der Pflanzen –  die Knospenanlage bzw. das Innere des Blattschopfes – nimmt bei der Kombination von Nässe und Frost leicht Schaden. Die Pflanze geht dann ein. Wie ich in meinem Garten dieses Problem löse, könnt ihr im Beitrag Artischocken Anzucht, Knospen und Blüten nachlesen.

Edimental mit hohem Platzbedarf und Zierwert

Hat sich eine Cardypflanze etabliert, kommt sie jedes Jahr nach der Winterruhe wieder. Bis zu 8 Jahre kann eine Cardy Pflanze werden. Deshalb sollte man genau überlegen, wo man sie pflanzt. Cardy und Artischocken brauchen viel Platz – rund 1 qm wenn sie richtig groß werden sollen – sind aber eine wunderschöner Hintergrund für halbhoch wachsende Stauden und einjährige Blumen.

Cardy im Sandkasten Blumenbeet
Sandkasten Blumenbeet

Meine Lieblingskombination zeigt sich im Frühsommer, wenn die großen Blütenkugeln des Allium durch die Blätter des Cardy wachsen. Auch die Kobination mit Prachtscharte und pinken Schmuckkörbchen fasziniert. Das ist dann eine Kombination für den Hochsommer. Wenn dann auch die Blüten des Cardy blühen, ergibt das ein farbenfrohes Spiel vor den silbrig grünen Blättern.

Wunderschöne Partner für Cardy im Beet

Da Cardy (Cynara cardunculus) bis zu 8 Jahre alt wird und viel Platz beansprucht, eignet sie sich perfekt als stattlicher Hintergrund für diese Pflanzkombinationen:

  • Frühsommer-Favorit: Große Blütenkugeln von Zierlauch (Allium), die elegant durch die silbrigen Cardy-Blätter wachsen.
  • Hochsommer-Faszination: Ein farbenfrohes Zusammenspiel mit der Prachtscharte (Liatris spicata) und pinken Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus) vor dem silbrig-grünen Laub.

 

Besondere Kombinationen im Edimental Beet

  • Der filigrane Farbkicker: Das dunkle, bronzefarbene Laub von Purpurfenchel (Foeniculum vulgare ‚Purpureum‘) bildet einen spektakulären Texturkontrast zu den wuchtigen, silbrigen Cardy-Blättern.
  • Der farbige Unterbepflanzungs-Kontrast: Dunkel lila Blätter vom Purpur-Salbei (Salvia officinalis ‚Purpurascens‘) und roter Grünkohl (Brassica oleracea var. sabellica) setzen die hellen Cardy-Blätter magisch in Szene.
  • Der Bodendecker-Teppich: Kriechende Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) mit ihren leuchtenden, essbaren Blüten deckt den Boden rund um den hungrigen Cardy-Fuß wunderschön ab.

 

Wer sich selber dieses besondere Pflanze auf den Balkon oder in den Garten holen will: Sucht nach der Sorte Cardo Gobbo di Nizza Monferrato (der „bucklige Cardy“). Sie wird durch das Bleichen der Blattstiele – wie bei Rhabarber – durch Abdunklung mittel einem Bleichtopf oder Eingraben in die Erde besonders zart wird.

Mein Rezept mit Cardy und roten Linsen

Warmer Cardy Salat

Warmer Cardy Salat

Ursula Schörverth
Fusion Küche mit Edimental Cardy
Garten-Bewertung
★★★★★
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Vorbereitungszeit 5 Minuten
Zubereitungszeit 15 Minuten
Gericht Salad
Küche Deutsch, Italienisch
Portionen 2 Personen

Kochutensilien

  • 1 Pfanne
  • 1 scharfes Messer
  • 1 dicker Gartenhandschuh

Zutaten
  

  • 500 g Blattstiele der Cardy bereits befreits von den Blättern
  • 1/2 Zitrone
  • 4 EL Sonnenblumenöl

Optional

  • 50 ml Milch

Beilage Rote Linsen

  • 250 g rote Linsen
  • Wasser
  • Würzen nach Belieben NACH DEM KOCHEN

Anleitungen
 

  • Wer Cardy selber ernten kann, sollte einen dicken Gartenhandschuh mitnehmen. Die kleinen Haken an den Blattstielen können weh tun.
    Die Blattstiele werden wie beim Rhabarber abdrehen. Am besten vor Ort bereits die Blätter seitlich von dem Stielen entfernen. Ebenso die Haken an der Blattstielunterseite.
  • Die Fäden an den Blattstielen abziehen und die Stiele in kleine Stücke schneiden. Die Cardy Stücke sofort mit Zitronensaft beträufeln, da sie ansonsten sofort oxidieren und bräunlich werden.
  • Pfanne mit Öl erhitzen und die Cardy Stücke darin auf mittlerer Hitze anbraten. Wem die Stiele zu bitter sind, kann kurz vor dem Ende des Bratvorganges die Milch zugeben. Sie milder die Bitterkeit ab.
  • Nur Salzen nach Belieben.

Rote Linsen

  • Rote Linsen mit Wasser aufsetzen und bei niedriger Stufe langsam garen. Das Wasser sollte einen Fingerknöchel über dem Level der Linsen stehen.
  • Salz erst nach dem Kochen zufügen. Die Linsen bleiben ansonsten hart.
  • Kurz vor dem Garpunkt vom Herd nehmen und weiter ziehn lassen. Würzen nach Belieben mit Gartenkräuter, Sals und Zitronensaft.
Keyword Cardy, Edimental

 

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