Es ist wieder soweit, Pfirsichbaum auf der Südterrasse trägt wieder reife Früchte. So schlecht dieses Hitzerekordjahr für das Gemüse ist: Das Steinobst – allen voran der Pfirsich – profitiert eindeutig vom heißen und trockenen Wetter.
Endlich mal wieder eine schöne Pfirsichernte
Nur ganz wenig, gammelige Früchte, wie in den feuchten Jahren zuvor. Dafür zeigen sie nach und nach ihre roten Bäckchen. Ich liebe diesen inzwischen 10 Jahre alten Baum an der Terrasse. Er steht an der Terrasse, im erhöhten Kräuterbeet. Anfangs direkt daneben, heute unter dem Pfirsichbaum, steht ein Rosmarinstrauch. Genauso alt wie der Baum. Rosmarin und Pfirsich sind ein tolle Kombination – sowohl im Beet, als auch geschmacklich.
Ein typisches „Urselresultat“
Dieses Pfirsichbäumchen ist ein typisches „Urselresultat“ in meinem Garten. Ursprünglich habe ich ihn als Ableger im Töpfchen von einem Gartennachbarn geschenkt bekommen. Da ich nicht wusste, wo ich ihn einpflanzen will, stand er erst einmal für ein paar Wochen am Rand des damals noch leeren Kräuter-Terrassenbeetes.
Als ich ihn nach 3 Monaten endlich mal einpflanzen wollte, war es zu spät: Er hatte schon Wurzeln geschlagen. Erst nach 4 Jahren zeigten sich vereinzelt Früchte und ich hatte ihn schon einfach als nützlichen Schattenspender für unsere heiße Südterrasse abgetan. Doch bereits ab dem 5. Jahr liefert er uns eine Vielzahl an Pfirsiche, wenn die Wetterbedingungen passen (kein Frost zur Blüte, ausreichend Wärme und nicht zu viel Regen).
Wertvoller Schattenspender an heißer Südterrasse
Was den Pfirsichbaum so unschätzbar wertvoll gemacht hat, merke ich besonders in dem Hitzerekordjahr 2026. Er schattet mit seinen ausladenden Zweigen unsere Südterrasse gut zur Hälfte ab. Nur dank ihm können wir auch im Hochsommer unsere Grillabenden auf der Terrasse genießen. Ohne diese Abschattung würde sich die Hitze rund um die Uhr aufstauen.
Pfirsich haltbar machen mit Rosmarin und Lavendelwein
Die schönen Pfirsiche sind in diesem Jahr eine tolle Zugabe. Leider ist die Zeit, in der man die Früchte frisch genießen kann, auf max…… zwei Wochen beschränkt. Viel zu schnell überschreiten die Früchte den Punkt reif zu überreif. Deshalb mache ich so viele wie möglich der Pfirsiche ein. Mein absolutes Lieblingsrezept ist eingemachte Pfirsich Hälften mit Rosmarin und Lavendelwein. Das Rezept für den Lavendelwein findet ihr ganz unten.
Pfirsich einkochen mit Rosmarin
Kochutensilien
- 4 32 Oz Jar
- 1 Einkochtopf alternativ
- 1 hohe Schale und ein Küchentuch
- 1 große Metallschüssel
Zutaten
- 3 kg Pfirsich
- 4 El Zucker
- 2 l selber gemachter Lavendelwein, alkoholfrei
- 8 Zweige Rosmarin
- Vanille
Anleitungen
Pfirsich schälen
- Zuerst werden die Pfirsich geschält. Dazu die Pfirsich in die große Metallschüssel legen und mit kochend heißem Wasser überschütten, bis alle Früchte komplett bedeckt sind.
- Rund 5 Minuten ziehen lassen, danach kann die Haut einfach abgestreift werden (wenn die Früchte reif sind, bei unreife Früchten klappt es nicht). Pfirsiche halbieren, den Pfirsichkern und beschädigte Stellen unbedingt entfernen.
- Wenn nicht alle Pfirsich auf einmal in die Schüssel passen, Vorgang wiederholen.
Gläser / Jar befüllen
- Die Pfirsich in die 4 Jar füllen, gleichmäßig verteilen. In jedes Jar jeweils 1 El Zucker, 2 Zweige Rosmarin, Vanille nach Belieben und 500 ml Lavendelwein bzw. alkoholfreien Weißwein geben.
- Die Flüssigkeit muss die Früchte komplett bedecken. Wenn der Wein nicht ausreicht, mit abgekochtem Wasser die Jar auffüllen. Die Jar fest verschließen.
Einkochen / Haltbar machen
- Um die Pfirsich haltbar zu machen müssen die Gläser für 30 Minuten bei 80 ° C einkochen. Die Zeit beginnt, wenn die 80 ° C erreicht sind.
- Am einfachsten geht das ein einem Einkochtopf, kann aber auch in einem Backofen gemacht werden.
- Dazu die Gläser in einen ausreichend großen Topf oder Schale geben. Mit kochendem Wasser befüllen, wobei das Wasserniveau mindestens bis zur Hälfte des Glases reichen sollte.
- Ofen auf 80 ° C vorheizen. Gläser mit einem feuchten Küchentuch bedecken, damit die Deckel keinen Schaden nehmen. In den Ofen schieben.
- Die 30 Minuten Einkochen starten, wenn feine Bläschen in den Gläsern aufsteigen.
- Wurde sauber gearbeitet, sind die Pfirsiche so jahrelang haltbar.
Notizen
Kräuselkrankheit am Pfirsich
Pfirsichbäume sind nicht ganz einfach zu ziehen. Besonders, wenn sie noch jünger sind oder in einem Pflanztopf stehen, sind sie anfällig für Krankheiten. Nicht nur ein Pfirsichbaum ist beim mir in den ersten Standjahren an der Kräuselkrankheit eingegangen.
Was man tun kann gegen die Kräuselkrankheit: Einfach die befallenen Blätter so schnell wie abschneiden und über den Hausmüll entsorgen. Eine andere Methode gibt es nicht für den Hausgarten.
Pfirsichbaum im Pflanztopf ist möglich
Trotzdem kann ich den Anbau von Pfirsichbäumchen in einem großen Pflanztopf empfehlen. Wichtig ist dann der richtige Rückschnitt des Pfirsichbaumes. Eine hohe Kunst, die aber existenziell notwendig ist für die Baumgesundheit.
Pfirsichbaum im Pflanztopf: Die 6 wichtigsten Pflegeregeln
- Großer Topf & Abfluss: Mindestens 30–45 Liter Volumen wählen. Eine dicke Drainageschicht aus Blähton ist Pflicht, um schädliche Staunässe zu verhindern. Topf stets auf Füßchen stellen.
Alle drei Jahre (2x) in einen größeren Topf umziehen - Erde mit Lehmanteil: Verwende strukturstabile Erde mit Blähton und etwas frischem Lehm als Wasserspeicher. Reine Holz- oder Kokosfasern trocknen im Kübel zu schnell aus.
- Gießen & Düngen: Erde gleichmäßig feucht halten – Trockenheit lässt die Früchte abfallen. Von April bis Juli organisch düngen, ab August pausieren, damit das Holz ausreift.
- Regenschutz gegen Kräuselkrankheit: Im Spätwinter (ab Februar) an einen trockenen Platz unter ein Dach stellen. Bleiben die aufbrechenden Knospen trocken, bleibt der Pilz chancenlos.
Befallene Blätter sofort abschneiden und über Hausmüll entsorgen. - Regelmäßiger Rückschnitt: Pfirsiche tragen Früchte am einjährigen Holz. Schneide den Baum jedes Jahr im Frühjahr stark zurück (Fruchtholzschnitt), um Vergreisung vorzubeugen und die Krone im Topf kompakt zu halten.
- Winterschutz für empfindliche Sorten: Den Topf im Winter gut mit Jute oder Isolation umwickeln und nah an die Hauswand stellen. An frostfreien Tagen das Gießen nicht vergessen.
Pfirsich und Lavendel, ein harmonisches Geschmackspaar
Genau wie Rosmarin harmonierte auch Lavendel wunderbar mit dem süßen Aroma sonnen gereifter Pfirsiche. Mein hausgemachter Lavendelwein – den ich mittlerweile am liebsten in der alkoholfreien Variante ansetze – verleiht den eingekochten Pfirsichhälften eine herrlich mediterrane Note.

Das Beste: Gut gekühlt ist er auf Eis auch pur ein fantastischer Erfrischungsdrink für heiße Sommertage. Das Rezept stammt ursprünglich von Ursula von Bingen.
Tipp: Verwendet Lavendel Sorten mit hohen Duftölanteil.
Lavendel Wein
Kochutensilien
- 3 l Kochtopf mit Deckel
- feiner Sieb
- Trichter
Zutaten
- 1 l Weißwein, alkoholfrei
- 4 El Lavendelblüten bzw. Blütendolden
Anleitungen
- Es können frische oder auch getrocknete Lavendelblüten sein.

- Den Weißwein zum simmern bringen, aber nicht kochen lassen. Dann den Topf vom Herd ziehen.

- Die Lavendelblüten in den Kochtopf geben und bei geschlossenem Deckel 15 Minuten ziehen lassen. Nicht wieder auf den Herd stellen.

- Nun die Blüten wieder abseihen. Es sollten keine Blütenreste mehr im Lavendelwein verbleiben. Am einfachsten ist es, den Wein in eine Flasche mit Schraubverschluß abzufüllen.

- Der Wein schmeckt am besten gut gekühlt mit Eiswürfeln. Der Lavendelwein ist rund eine Woche im Kühlschrank haltbar.

Notizen






