Wurmkiste Wurmhumus und Wurmtee – Bio Dünger DIY

Damit das Gemüse wachsen kann und viele Früchte trägt, braucht es eine gute Düngung. Klar, organisch sollte der Dünger sei, bio und am Besten selber erzeugt. Eben DIY. Die beste Lösung hierfür ist bei mir zu Hause seit Jahren die Wurmkiste.

In der Wurmkiste verwandeln fleißige Würmer aus meinen Gemüseabfälle und einigen weiteren Zutaten genau diese „EierlegendeWollmilchSau“ unter den Düngern.

Wurmtee und Wurmhumus ernten aus der Wurmkiste

Einkaufsliste Wurmkiste für Organischen Bio Dünger DIY

Die heißen und trockenen Sommer stellen hohe Anforderungen an die Düngung und Substrate.
Wichtige „Zutaten“ für euren eigenen Humusaufbau im Balkongarten findet ihr hier in meine Ideenliste.

Wurmkiste und weitere Zutaten Substrat Mischung

Ihr werdet über einen Affiliat Link zu meinen amazon.de Shop weiter geleitet. Ich erhalte bei einem Kauf eine kleine Provision. Für euch ändert sich nichts am Kaufpreis.

Ende Juni ernte ich mal wieder Wurmhumus aus der Wurmkiste. Eine etwas matschige Arbeit, bei der ich auch den einen oder anderen Wurm retten muss. Aber überhaupt nicht eklig. Der Humus riecht wie reife Erde.

Davor konnte ich schon mehrmals Wurmtee entnehmen. Die braune Flüssigkeit wird in einer Wanne unter dem Membrangesammelt. Wurmtee und Wurmhumus bringe ich am liebsten mit dem Gießwasser aus.

Je drei Esslöffel mit dem Humus kommt bei mir in eine 10 L Gießkanne. Das zusätzliche Wasser – gesammeltes Regenwasser – wird dankend angenommen von den Pflanzen im heißen Balkongarten. Gerade jetzt, wo die Fruchtbildungen so richtig im Gange ist.

Kreislaufwirtschaft in Garten und Küche und Garten …

Vom Wurmtee gebe ich rund 200 ml in eine 10 L Gießkanne. Diese Art der Düngung ist eine nachhaltigste Variante, welche ich kenne. Sie schließt den Kreislauf zwischen dem Gemüsegarten, dem geernteten Gemüse, den Gemüseresten und eben dann der Start- und Wachstumshilfe durch eine schonende Düngung. Ich kann jetzt schon sagen: Die Wurmkiste ist eine große Bereicherung für meine gärtnerische Tätigkeiten – überall.

Werdegang meiner Wurmkiste ab Dezember 2021

Jetzt habe ich auch eine Wurmkiste. In ihr werden die meisten Gemüseabfälle aus der Küche zu hoch effektivem Wurmtee und Wurmhumus verarbeitet. Die fleißigen Helfer sind Kompostwürmer – keine Regenwürmer – wie sie auch in einem klassischen Komposthaufen zu finden sind. Klar, bei uns im Garten sitzt auch ein Kompost Haufen. Aber das Mensch ist faul, die Küchenabfälle einfach in eine Wurmkiste zu packen ist mit viel weniger Aufwand verbunden.

Genau wie bei Familien ohne eigenen Garten plane ich den Kompost aus der Wurmkiste überwiegend im Balkon Gemüse Garten einzusetzen. Praktisch, dass vor allem Wurmtee durch der Arbeit der Kompostwürmer entsteht. 

Wurmtee ist die Flüssigkeit aus dem eingebrachten Biomaterial, welches von den Würmern verdaut und ausgeschieden wurde. Er ist voll mit vielen tollen Inhaltsstoffen und Mikroorganismen. Der Wurmtee tropft durch die Membran in einen Auffangwanne unter der eigentlichen Wurmkiste.

Viele tolle Inhaltsstoffe, Mikroorganismen uvm. im Wurmtee und Wurmhumus

Wie viel Stickstoff, Phosphor und Kalium im Wurmtee und Wurnhumus zu finden ist – das liegt an dem eingebrachtem Gemüse und Pflanzenmaterial, welches in die Wurmkiste wandert. NPK – wie es auf den Dünger Packungen bezeichnet wird – kann nicht von den Würmern produziert werden.

Das, was den Wurmbeitrag so wertvoll macht sind andere Inhaltsstoffe. Mineralien und Urgesteinsmehl muss zugegeben werden. Beides wird auch an die Kompostwürmer verfüttert, die dann die Mineralien an den Humus abgeben.

Bei der industriellen Kompostierung wird mit der sogenannten Heißkompostierung gearbeitet. Bei rund 70° C entsteht innerhalb von Wochen aus Pflanzenmaterial Kompost. Dabei werden aber nicht nur unerwünschte Samen zerstört. Auch Mikroorganismen und andere Bodenlebewesen überleben diesen Prozess nicht.

Viele gute Eigenschaften des Wurmhumus lassen gerade Setzlinge gut wachsen

Im Wurmkompost bleiben diese erhalten und werden sogar noch aktiviert. Das gilt auch für „räuberische“ Nematoden. Diese fressen dann die Wurzel schädigenden Nematoden. Auch die Maden der Trauermücke werden von diesen Nematoden zerstört.

Der Wurmtee fördert dadurch und einer milden Düngung die Gesundheit der Setzlinge. Sehr gut, ich werde also in diesem Jahr meine Setzlinge mit den Wurmtee gießen. Letzte Saison sind viele meiner Setzlinge von den Trauermückenmaden an den Wurzeln geschädigt worden. Die Setzlinge sind klein geblieben und haben später fast keinen Ertrag gebracht. 

Die Wurmkiste zuerst Zusammen bauen

Bevor es aber soweit ist, muss ich noch ein wenig basteln. Das Bauset von Wurmkiste.at ist schnell zusammen gebaut. Mit dem Holzleim, der auch gleichzeitig die Abdichtung der Kiste ist, hatte ich ein wenig zu kämpfen. Aber das Schrauben ging mir schnell von der Hand.

Noch die Rollen dran und schon können die ersten Würmer in die Wurmkiste einziehen. Das „Eisenia Start Mix“ ist voll mit den kleinen, gefräßigen Helfern. Die Würmer werden mit einem Teil des zerkleinerten und befeuchteten Pappkartons in die Wurmkiste gegeben. 

Vorsichtig durchmischen und schon steht die erste Fütterung an. Ich habe die fein geschnittenen Gemüsereste vom Mittagessen extra aufgehoben, ebenso mein Kaffeesatz. Etwas Wasser auf die Pappe-Wurm Masse geben und das Vlies oben drauf. Das verhindert das Austrocknen, denn die Würmer brauchen es feucht. 

Dann heißt es erst einmal warten und fleißig weiter füttern. Den ersten Wurmtee  – die Flüssigkeit aus der Auffangschale – kann ich bereits nach  3 Monaten ernten. Bis zum ersten von Wurmhumus dauert es rund 6 Monaten. Je nachdem, welche Menge an Gemüsereste gefüttert werden. Ende Juni ist es soweit. Bei mir genau passend für die erste Düngung im Balkongarten.

Im Sommer wird der Biodünger geerntet

Wenn die Wurmkiste halb voll ist, wird ein Korb in die Kiste gesetzt. Ist auch dieser Korb voll, kann der Wurmhumus darunter aus der Kiste geholt werden. Zuerst werden aber alle Würmer mit Gries nach oben gelockt. Denn die möchte ich nicht mit aus der Wurmkiste holen.

Vorsichtig den Korb aus der Wurmkiste holen und auf einer Schale oder Unterlage platzieren, Jetzt heißt es schaufeln. Ich nehme einen normalen Esslöffel. So kann ich den feuchten Wurmhumus heraus holen. Einzelne Würmer gebe ich wieder in den Korb. Alle sind anscheinend nicht den Verlockungen des Gries gefolgt. Zwei große Schüssel Wurmhumus hole ich heute aus der Wurmkiste.
Noch den Inhalt des Korbes in die Wurmkiste schütten, frische Gemüsereste darauf mit den Mineralien und Deckel drauf. Die Würmer dürfen jetzt weiter verdauen.

Organisch Düngen mit dem Wurmhumus

So eine Wurmkiste deckt den Bedarf an Kompost und Dünger für einen Balkongarten ohne Probleme.

Im Garten werde ich auch weiterhin „normalen“ Kompost vom Komposthaufen verwenden. Einfach weil ich nicht die benötigte Menge Kompost mit der Wurmkiste produzieren kann. Trotzdem ist der Einsatz selbst von kleinen Mengen Wurmtee und Wurmhumus im Küchengarten und Hochbeeten sinnvoll. 

Neue, sterile Pflanzerde muss erst wieder mit einem Mikroorganismus aufgebaut werden

Der Tee wirkt wie eine Impfung des Bodens mit Mikroorganismen. Erst einmal in den Boden eingebracht, vermehren sich die enthaltenen Mikroorganismen und verrichten dort ihren positiven Dienst. Gerade bei neu angelegten Beeten oder frisch befüllten Pflanzkübel sinnvoll, da die neue Pflanzerde zumeist noch kein Mikroorganismus enthält. Von Bodenlebewesen ganz zu schweigen.

Blähton als Mulch
Blähton als Mulch

Wer eine Wurmkiste hat, braucht keine teuren Mittelchen zur Boden-Aktivierung mehr. Wurmtee und selbst fermentierter Apfelessig sind viel besser. Mehr zum Thema Bodenaufbau findet ihr in dem Artikel Beste Erde für den Balkongarten: Substrat-Anleitung für gesunde Pflanzen auch bei Hitze.

Eine Investition in eine Wurmkiste lohnt sich in jedem Fall.