Die Ingwerwurzel Zucht ist ein wichtiger Bestandteil in meinem Fenstergarten im Winter und dem Balkon Gemüse Garten im Sommer. Als bekennende Asia Food Liebhaber*in ist bei uns die aromatische Ingwerwurzel immer griffbereit. Egal ob im Thaigemüse, indischem Curry oder als japanisch inspirierte Beilage: Ingwer (Zingiber officinale) wird bei uns fleißig verwendet.
Aromatische Verwandet sind:
- Ingwer (Zingiber officinale)
- Kurkuma (Curcuma longa)
- Myoga oder Japanischer Ingwer (Zingiber mioga)
Doch so gesund der Ingwer an und für sich ist: Seine Verwendung in unserer Küche ist problematisch. Der Grund liegt in seiner Herkunft. Ingwer wird fast ausschließlich in China (zum Teil in Südamerika) angebaut. Das ist nicht wirklich nachhaltig und höchst wahrscheinlich auch nicht gesundheitsförderlich.
Warum Selbstversorgung? Die Wahrheit über Import-Ingwer

Denn richtig schwierig wird es mit der oft hohen Belastung durch unterschiedlichste gesundheitsschädlichen Stoffen in den Wurzeln. Ursache sind die immensen Umweltverschmutzungen in der chinesischen Landwirtschaft.
Ich selbst konnte in meiner Zeit in China 2007/08 mit eigenen Augen sehen, welche Dimensionen die systematische Vergiftung der Umwelt in China hat. Seither kaufe ich vor allem Lebenmittel aus China immer nur mit einem schlechtem Gefühl.
Zurück zum Ingwer. Hier werden immer wieder Überschreitungen der Höchstwerte von Giftstoffen ermittelt. Das eigentlich gesunde Lebensmittel kann stark belastet sein. Leider sieht man es den Ingwer Wurzeln nicht an, ob sie unbelastet oder doch belastet sind. Will ich auf der sicheren Seite sein und verantworlich handeln, gibt es nur eine Möglichkeit: Den Ingwer selber anbauen.
So startet ich die Ingwerwurzel Zucht auf der Fensterbank
Die eigene Ingwerzucht klappt überraschend gut. Dafür braucht es Anfangs ein Stück Ingwer mit Augen. Damit sind die knubbeligen Ausstülpungen gemeint. Aus ihnen treiben die Wurzel Stücke die grünen Triebe. Dafür legt man den Ingwer in ein feucht-warmes Klima. Eine durchsichtige Aufbewahrugsbox eignet sich ebenso, wie ein kleines Zimmergewächhaus. Nicht in Erde eingraben oder in Wasser legen.
Tipp: Viele Wurzeln wurden mit keimhemmenden Mitteln behandelt. Deshalb besser Bioware verwenden und eine neue Wurzel besorgen, wenn sich auch nach mehreren Wochen noch nichts tut.
Wurzeln lieben es warm und kuschelig
Nach 3 Wochen sollten die ersten grünen Spitzen zu sehen sein. Sind die feinen Wurzeln am Austrieb groß genug, kann der Austrieb abgeschnitten werden. Ist die alte Wurzel nicht sonderlich groß, kann sie mit verpflanzt werden.
Wichtig: Nicht zu tief setzen und die Erde nicht zu feucht halten. In einen ausreichend großen Topf pflanzen, der aber noch gut getragen werden kann. Denn es geht auf Topfwanderschaft. Der Topf muss in der kalten Jahreszeit drinnen im Warmen stehen kann. Im Sommer natürlich draußen.
Wer viel Ingwer anbauen will, sollte diesen besser auf mehrere Töpfe aufteilen. Für den Rücken ist das besser beim Rumtragen der Pflanztöpfe.
Jetzt braucht es Zeit, eine gute Pflanzerde und ausreichend Düngung. Startet man mit dem Ingweranbau im Januar oder Februar, kann im Spätherbst geerntet werden. Oder man startet gestaffelt und kann dann rund ums Jahr im Haus Ingwer anbauen. Großer Vorteil im Haus: Blattläuse lassen ihn komplett in Ruhe.
Gelber Ingwer? Warum Kurkuma im Topf die perfekte Ergänzung ist
Übrigens: Diese Anbaumethode klappt auch mit Kurkuma. Er ist etwas schwieriger dazu zu bewegen Auszutreiben. Aber wenn er wächst, dann ist er genauso unkompliziert wie Ingwer.
Aromatische Knospen beim Japanischen Ingwer ernten
Ein gänzlich anderes Schätzchen habe ich mir 2024 bei Rühlemanns nahe Bremen besorgt. Bei meiner Erkundungstour in den Gewächshäusern ist mir eine Myoga (Zingiber mioga) Pflanze in die Hände gefallen. Von dieser Pflanze werden nicht die Wurzeln, sondern die frühen Knospen verzehrt. Was mir erst später aufgefallen ist: Diese Ingwersorte ist winterhart. Sie erträgt Temperaturen von -15 °C.
Ich hatte den Myoga in einem Pflanztopf auf der Terrasse vergessen und wollte ihn nach einer Frostperiode mit -10 °C entsorgen. Die Pflnaze hatte sich komplett zurück gezogen, die Pflanzenteile abgestorben. Und weil ich ja dachte, dass er so verzärtelt ist wie der Ingwer ging es Richtung Kompost.
Beim Entsorgen auf dem Kompost fiel mir dann zum Glück auf, dass die Wurzel noch sehr vital aussahen. Also zurück in den Topf und ans warme Wohnzimmerfenster. Und siehe da, nach bereits 2 Wochen haben sich grüne Spitzen gezeigt.
Learning: Man lernt nie aus! Ich freue mich auf die nächsten Blütenknospen.
Es gibt noch viel mehr aromatischen Wurzeln für den Fenstergarten
Mit den drei genannten Wurzelarten ist es aber noch lange nicht getan. Es gibt noch ettliche weitere, welche ich mir wenn möglich, besorgen werde. Als nächstes suche ich die Gewürzlilie und den Grossen Galgant. Natürlich werde ich sie dann hier vorstellen. Weitere Verwandte des Ingwer sind:
- Zitwerwurzel (Curcuma zedoaria),
- Großer Galgant (Alpinia galanga),
- Echter Galgant (Alpinia officinarum),
- Gewürzlilie (Kaempferia galanga),
- Fingerwurz (Boesenbergia rotunda),
- Grüner Kardamom (Elettaria cardamomum),
- Schwarzer Kardamom (Amomum subulatum),
- Paradieskörner (Aframomum melegueta),
- Matandrea (Renealmia alpinia)








