„Wieder was g’lernt“ – der Spruch des Tages. Heute ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, dass die in der Indischen Küche verwendeten Schwarzkümmel Samen – oft auch noch als Zwiebelsamen bezeichnet – nicht von einer Zwiebel stammen!!
In Wahrheit stammen diese aromatischen schwarzen Samen von einer Blume. Noch dazu eine Blume, welche eng mit der „Jungfern im Grünen“ (Nigella damascena.) verwandt ist. Erkennbar am Lateinischen Namen für Schwarzkümmel: Nigella sativa. Uuupsie, wieso ist mir das nie aufgefallen? Und wie bin ich jetzt darauf gekommen?
Zwei wichtige Gewürze in der indischen Küche
Schwarzkümmel und Kreuzkümmel sind mit die wichtigsten Gewürze in der indischen Küche. Als Liebhaber/in der Indischen Küche verwenden wir häufig auch diese Gewürze. Ein guter Grund, beide Gewürzkräuter auch im eigenen Garten anzubauen. Also machte ich mich auf die Suche nach dem passendem Saatgut.
Schwarzkümmel sind keine Zwiebelsamen
Die erste Hürde bei der Suche nach dem Saatgut: In manchen Rezepten von indischen Gerichten stand Schwarzkümmel, in anderen nur – wie ich nun weiss fälschlicherweise – schwarze Zwiebelsamen. Klar, da hatte jemand ohne Sachverstand einfach übersetzt, ein Plagiat erstellt.
Fun Fact: Jahrelang habe ich fleissig die Samen der Winterheckenzwiebel gesammelt, um sie in den Gerichten zu verarbeiten. Ich nahm an, das sind schon die richtigen schwarzen Samen. Hat auch geschmeckt, nur nicht so wie die im Restaurant. Zudem hat mich immer gewundert, dass die Samen fester sind, als die auf dem Naan Brot. Bin den Plagiatoren also auf den Leim gegangen.
Auf der Suche nach Schwarzkümmel in vielen indischen Rezepten
Bei meiner einer weiteren Recherche zu indischen Rezepten stieß ich auf einen Text, in dem auch wieder von schwarzen Zwiebelsamen gesprochen wird und von einer zerbrechlichen Blume:
„Schwarze Zwiebelsamen, auch Nigella Sativa genannt, sind die Samen einer zerbrechlichen Blume die Ihren Ursprung in Süd West Asien hat. Nigella in Samen ist geruchlos aber im gemahlen Zustand verbreitet es einen Duft nach Oregano.“ Okay, da war ich verwirrt. Ich kenne den lateinischen Namen Nigella. Das sind definitv keine Zwiebeln. Mein Forscherdrang war geweckt. Los ging die Suche!
Nigella sind verwandt mit „Jungfern im Grünen“

Also zum Einen: Nigella sind keine Zwiebeln!! Sie gehören noch nicht einmal zur Familie der Alium Gewächse, sondern zur Familie der Hahnfußgewächse (Ranunculaceae). Und zerbrechliche Blumen Nigella schon mal gar nicht. Sie sind zwar zart im Aussehen, aber hart im Nemen und gerne mal invasiv. Die verbreiten sich in meinem trockenen, heißen Garten fast schon wie Unkraut.
Jungfern im Grünen Samenstände sind wunderbare Naturdeko
Bei mir im Garten wuchern überall „Jungfern im Grünen“. Anfangs habe ich mir diese Blumen wegen ihrer zart anmutenden Blüten in den Garten geholt. Ich finde sie wunderschön. In Hellblau, Pink und Weiß blühen sie im Frühsommer in fast alle Beeten.
Dann habe ich die kuriosen Samenstände dieser Blumen zu schätzen gelernt. Getrocknet finden sie sich bei mir inzwischen in Trockensträußen und vielen Bastelarbeiten. Sie sind wirklich einzigartig und faszinierend.
Essbare Blüten und Samen
Die Samen haben mich bisher immer nur genervt. Rieseln sie doch in großer Zahl aus jedem trockenen Samenstand, sobald dieser bewegt wird. Bis zuletzt habe ich die abgeschnittenen Samenständen durch den Garten getragen. Um nur ja nicht zu viele zu verteilen. Die Samen habe ich dann im Mülleimer entsorgt. Eine „Jungfern-im-Grünen-Invasion“ wollte ich nicht haben.<
Nur um jetzt zu lernen, dass ich ein leckeres Gewürz im Überfluß hätte haben können. (Hand-an-die-Stirn-Stöhn). Die Samen der Jungfern in Grünen schmecken etwas anders als der Schwarzkümmel. Sie sind aber auch essbar und können in der Küche verwendet werden. Sie erinnern geschmacklich leicht an Waldmeister. Gerieben und in ein Yoghurt zusammen mit Honig gestreut, sind sie wirklich lecker.
Eine Warnung: Die Samen der Jungfern im Grünen sind schwach giftig. Ähnlich wie bei Waldmeister sollte man nur kleine Mengen von ihnen essen. Also mit Bedacht genießen und bei Leber und Nierenproblem besser darauf verzichten.
Gewürzkraut Schwarzkümmel und Kreuzkümmel nicht ganz einfach

Jetzt, da ich weiß, welche Gewürze da wirklich in meiner Dabba (eine Metalldose mit den unterschiedlichsten Gewürze) sind, muss ich sie natürlich selber ziehen. Beim ersten Versuch habe ich die Samen von Kreuzkümmel und Schwarzkümmel ausgesät. Beide standen die erste Zeit im Haus, da sie es etwas wärmer mögen. Ab Mitte April sollten sie dann ins Frühbeet.
Leider wollten die Samen im Haus nicht aufgehen. So ganz habe ich noch nicht heraus gefunden, warum die Nigella im Garten wuchern wie blöd, sich im Haus aber anscheinend nicht so gerne vorziehen lassen. Vielleicht sind es Kaltkeimer?
Ich wage den Versuch und säe die Samen des Schwarzkümmel in einen großen Pflanztopf draussen auf der Terrasse. Und das schon Mitte Januar. Mit Dill hatte ich schon Erfolg mit so einer frühen Aussaat. Vielleicht klappt es auch mit dem Schwarzkümmel. Er wäre wirklich eine Bereicherung in Garten und Küche. Als Edimental und einem Gewürz.
Schwarzkümmel Direktsaat im Hochbeet Test
Hoffentlich werde ich dann so ein schönes Beet, wie das im Hoffnungsgarten der Tal X Gartschau haben. Dank diesem Hochbeet weiß ich immerhin jetzt, wie Schwarzkümmel genau aussieht. Ja, die Verwandschaft ist eindeutig.
Danke
Nachtrag: Einen wirklich herzliches Dankeschön an Alle, welche mich durch diese Lernexkursion auf Instagram geleitet haben. Zuerst dachte ich Jungfern im Grünen sind gleich Schwarzkümmel. Kräuterexpertinnen haben mich auf eine sehr nette Weise darauf hingewiesen, dass beide „nur“ verwandt sind. Ich bin froh, dass mich niemand gedisst hat und bin dankbar für diese Schwarmintelligenz – wie ich sie nenne ;-). Nochmal Danke!










