
Warum 2026 noch zwischen hübsch und nützlich wählen? Mein Balkon ist keine kühle Design-Ausstellung, sondern ein Mischkultur Balkongarten, der beides kann: Eine Wohlfühloase für die Seele und pures Soul Food direkt vom Strauch.
Das Zauberwort heißt Edimentals – mehrjährige Pflanzen, die den Gaumen und das Auge gleichermaßen erfreuen. Ich habe inzwischen viele Pflanzen mit beiden Eigenschaften schätzen gelernt. Im Garten im Beet, aber vor allem auf meiner kleinen Terrasse an der Küche.
Edimentals Mischkultur: Die Kombination aus Optik und Ertrag

Mein neuestes Highlight ist für mich die Süßdolde (Myrrhis odorata): Sie sieht aus wie ein edler, filigraner Farn. Überrascht aber mit einem intensiven Anis-Aroma. Sie soll in meinen Balkon Gemüse Garten einziehen in einen großen Pflanztopf.
Doch nicht alleine, denn Mischkultur ist ein wichtiges Thema in meinen Pflanzungen.
Die Pflanzerde – der heimliche Held im Kübel
Doch zu allererst: Damit das Gärteln auch wirklich ganz einfach wird, braucht es die richtige Grundlage. Wie immer mein Lieblingssatz:
Das Fundament deiner Edimentals
Alles steht und fällt mit der richtigen (Pflanz)Erde – im wahrsten Sinne des Wortes.
Warum Pfahlwurzler wie die Süßdolde ein Substrat brauchen, das nicht zusammensackt.
Besonders bei mehrjährigen Edimentals wie der Süßdolde (Myrrhis odorata) ist das Substrat der entscheidende Erfolgsfaktor. Als Mittel bis Schwachzehrer kommt es bei der Süßdolde nicht auf eine hohe Nährstoffversorgung an. Was wichtig für einen Pfahlwurzler wie der Süßdolde ist: Die richtige Bodenstruktur!
Wenn eine Erde nach der Pflanzung in wenigen Monaten zusammensackt und verdichtet, bekommt die Wurzel keine Luft mehr – die Pflanze kümmert.
Der heimliche Held im Topf: Locker bleiben für den Ernteerfolg mit Patzer Bio Erden
Hier kommt für mich die Qualität von Patzer Erden ins Spiel. Die torffreien Rezepturen sind so stabil aufgebaut, dass sie auch nach einem langen Winter auf dem Balkon locker und durchlässig bleiben. Gerade die lockere Struktur hat mich und mein Gemüse im Balkongarten schon immer überzeugt. Denn sie sorgt für:
- Optimale Drainage: Keine Staunässe, die im Winter die empfindlichen Wurzeln faulen lässt.
- Wasserspeicherung ohne Torf: Die Erde hält die Feuchtigkeit dort, wo sie gebraucht wird, ohne dass man im Hochsommer stündlich zur Gießkanne greifen muss.
- Nachhaltiges Wachstum: Die Nährstoffabgabe ist so abgestimmt, dass deine Edimentals kräftig wachsen, aber nicht „verbrennen“.
Torffreie Alternativen, die Feuchtigkeit halten, ohne Staunässe zu fördern
Besonders beeindruckt hat mich, wie verlässlich die Erde Wasser speichert. Während andere Substrate nach dem Austrocknen oft völlig ‚dichtmachen‘ und das Gießwasser einfach durchrauschen lassen, saugt sich diese Erde immer wieder bereitwillig voll. Das spart nicht nur Zeit beim Gießen, sondern gibt mir auch die Sicherheit, dass meine Edimentals optimal versorgt sind. In meinen sonnigen und heißen Südbalkon überlebenswichtig für meine Pflanzen.

Für mich ist diese torffreie Bio-Erde daher die Lebensversicherung für meine Pflanzen-Schätze. Denn nur wenn die Basis stimmt, können wir uns entspannt zurücklehnen und das Ernten genießen.
Die perfekte Wohngemeinschaft: Kiwibeere trifft Süßdolde
Warum ich darauf nicht schon früher gekommen bin? Es ist die perfekte Symbiose für einen naturnahen Balkongarten 2026. Letztes Jahr habe ich von einem befreundeten Gärtner zwei Süßdolden erhalten. Kiwibeeren habe ich schon länger im Garten – warum also nicht beides kombinieren?

Diese grüne Symbiose aus Kiwibeere und Süßdolde ist für mich gelebte Stadtnatur: Auf wenigen Quadratmetern entsteht ein kleines Ökosystem, das nicht nur den Bienen hilft, sondern meinen Balkon in echtes Soul Food verwandelt
Pflanzen-Porträt: Die Süßdolde
Die Süßdolde (Myrrhis odorata), auch Myrrhenkerbel genannt, ist ein echter Allrounder für den Halbschatten. Alle Teile der Pflanze sind essbar und überraschen mit einem intensiven Anis-Aroma.
- Blütezeit: Mai bis Juni (weiße Dolden)
- Standort: Nährstoffreicher, feuchter Boden, bevorzugen Halbschatten
- Besonderheit: Die unreifen grünen Samen schmecken wie Lakritz-Bonbons!
- Die Süßdolde ist absolut winterhart bis ca. -25 °C, wobei sie sich im Winter komplett in die Erde zurückzieht, um im zeitigen Frühjahr kraftvoll neu auszutreiben.
Süßdolde und Kiwibeeren haben unterstützende Ansprüche an Standort und Boden. Die Kiwibeere will hoch hinaus, braucht aber unbedingt „kühle Füße“, um im Sommer nicht schlappzumachen. Und genau hier kommt die Süßdolde ins Spiel. Mit ihrem farnartigen, dichten Laub wirkt sie wie ein lebender Sonnenschirm für den Wurzelbereich der Kiwi.
Mischkultur Balkongarten: Grüne Symbiose für Stadtnatur und Soul Food
Damit diese Kombination auch im Kübelgarten funkioniert, braucht es eine größeren Pflanztopf, für Pfahlwurzler auch mit entsprechender Höhe, hier mindestens 40 cm.
Einkaufsliste für dein Edimental-Duo
Damit die Kombination aus Kiwibeere und Süßdolde dauerhaft funktioniert, empfehle ich folgendes Setup:
- Pflanztopf: 50–60 Liter Volumen
- Maße: 45–50 cm Durchmesser / mind. 40 cm Höhe
- Substrat: 1,5 bis 2 Säcke Patzer Bio-Naturerde (torffrei)
- Pflanzen: 1x Kiwibeere & 2x Süßdolde
Die Bio-Gemüseerde bietet die perfekte nährstoffreiche Basis für gesundes Wachstum und ein intensives Aroma deiner Ernte.
Edimental Mischkulturen sind Balkongarten Ideen mit Mehrwert
Die Kombination der filigranen Süßdolde (Halbschatten-Fan) mit der Kiwibeere ist nur meine neueste Balkongarten Idee. Einige weitere Pflanzenkombinationen habe ich schon länger in meinem Kübelgarten. Besonders gefällt mir der robuste Purpur-Grünkohl mit dem zart anmutenden, aber taffen Taubenkropfleimkraut. Unterpflanzt mit einem Sauerampfer – eine rote oder grüne Variante, je nach Geschmack. Mehr über das Leimkraut findet ihr im Blogbeitrag „Wildblume Taubenkropf Leimkraut“.
Starkzehrer brauchen hochwertiges Bio Substrat im Mischkultur Balkongarten
Während Edimentals wie die Süßdolde eher genügsam sind, gibt es im Balkongarten auch die ‚Hungrigen‘. Ein Klassiker in meinem Hochbeet ist die ToBaKo-Kombination: Tomate, Basilikum und Kohl.
Diese Mischkultur ist genial, weil sie den Platz perfekt ausnutzt. Stichwort Höhenstaffelung oder vertikale Schichtung. Aber sie stellt hohe Ansprüche an das Substrat. Wenn Starkzehrer auf engstem Raum zusammenwohnen, ist das Nährstoffmanagement die größte Herausforderung. In einem begrenzten Erdvolumen ist der Vorrat an Stickstoff und Mineralien schnell erschöpft.
Damit der Kohl kräftige Blätter bildet und die Tomaten bis in den September hinein fruchten, muss die Pflanzerde die Nährstoffe gleichmäßig abgeben, ohne die feinen Wurzeln des Basilikums zu verbrennen. Ein hochwertiges Bio-Substrat fungiert hier wie ein Akku: Es speichert die Energie und gibt sie genau dann frei, wenn die Pflanzen in der Hauptwachstumsphase Vollgas geben. So wird aus einer einfachen Pflanzkombination echtes Soul Food, das den ganzen Sommer über Kraft liefert.
Wie ich zu den Edimentals kam
Wir sind so oft wie möglich in England um liebe Freunde zu besuchen. Da meine liebste Freundin auch eine Gartenliebhaberin ist, sind wir jedesmal in mindestens einer Nursery und mehreren Gärten unterwegs. Dort ist mir zum ersten Mal der Begriff Edimental über den Weg gelaufen.
Da ich schon immer fasziniert bin von der Kombination „Schönes und Essbares“ war klar, dass ich mich in dieses Thema tiefer einarbeite. Es hat allerdings Jahre gedauert, bis mir das Buch des Mannes über den Weg gelaufen ist, welcher den Begriff „Edimental“ im englischsprachigem Raum geprägt hat: Stephen Barstow.
Barstow ist bereits in den 1980er von Nordengland nach Norwegen gezogen um dort als Meeresbiologe zu arbeiten. Dort hat er sich intensiv mit dem Prinzipien der Permakultur und des Waldgärtnerns beschäftig. Essbare, mehrjährige Pflanzen, mit einem hohen Zierwert. 2003 hat er seinen berühmten Weltrekord Salat gemacht. Der bestand aus genau 537 verschiedenen Pflanzenteilen.
Das Besondere daran: Es waren fast ausschließlich Edimentals und essbare Wildpflanzen aus seinem eigenen Garten in Norwegen („The Edible Garden“).
