Meerkohl, das vergessene Gold der Strände im Garten

Für mich war der wilde Meerkohl lange so etwas wie ein Einhorn der Küstenpflanzen. Viel darüber gehört, aber nie wirklich in Echt gesehen.  Bis zum Sommer 2025 am Strand an der Ostsee. Wir spazierten an einem kühlen Augusttag an einem verwilderten Badestrand und auf einmal waren sie da: Mehrere Meerkohl Inseln, mitten im Sand, am Strand.

Ein Überlebenskünstler am Limit: Warum der Meerkohl Schutz braucht

Ich muss zugeben, für mich war die Endeckung dieser Pflanzen das Highlight des gesamten Sommerurlaubes – kein Witz. Ehrfürchtig habe ich mich vor eine der Inseln hingekniet und sie bewundert. Der wilde Meerkohl (Crambe maritima) steht unter Naturschutz. Solch eine Pflanze zu beernten käme mir einem Sakrileg gleich. Daher kann ich bisher nicht sagen, wie so ein Meerkohl schmeckt.

Doch eines konnte ich mitnehmen: Die Samen des Mehrkohl. Zu dem Zeitpunkt – Ende August – hingen sie zu Dutzenden an den bereits ausgetrockneten Stielen. Diese Stiele können im Mai geerntet und wie Spargel gegessen werden.
Deshalb wird Meerkohl auch der Spargel der Küste genannt. Oder man lässt die Dolden blühen.

Zur Info: Meerkohl gehört zu den Kreuzblütlern, auch wenn die kleinen Blüten sich in einer Dolde formieren. Die Samen selber sind von einer Korkartigen Schale umgeben. Durch diese Schale sind sie schwimmfähig und können so wochenlang durch Salzwasser treiben, ohne ihre Keimfähigkeit zu verlieren. So hat sich der Meerkohl an den Küsten des gesamten Ostsee Raumes angesiedelt. Leider wurde er fast bis zur Ausrottung dezimiert, weil man ihn als billiges Viehfutter verwendet hat.

Meerkohl – eine schwierige Pflanze mit hohen Ansprüchen zum Start

Für mich ist der Meerkohl einfach ein wunderschönes Edimental, welches unbedingt in meinen Garten gehört. Doch das ist nicht ganz einfach. Meerkohl lässt sich nur sehr ungern verpflanzen. Die Ausfallrate von gekauften Pflanzen ist leider sehr hoch. Auch dass Ziehen aus Samen ist mit vielen Herausforderungen verbunden.

Die erste Herauforderung ist die schützende Schale. Das was den Samen vor dem salzigen Meerwasser beschützt, macht es ihm schwer erfolgreich zu keimen: Die korkartige Schützhülle. Die ist wirklich dick und hart. Es kann schnell passieren, dass der eigentliche Samen verschimmelt, bevor er die Hülle durchbrechen kann. Das Öffnen der Schale ist auch problematisch, kann doch der Samen beim Öffnen schnell verletzt werden.

Trotzdem habe ich es mich getraut bei ein paar der Samen die Hülle aufzubrechen.

Nächstes Problem ist zumindest bei uns der Boden. Von Vorteil ist ein sandiger Boden, welcher trotzdem ausreichend Nährstoffe bereit hält für den Starkzehrer. Manchmal liest man von einem humusarmen Boden. Stimmt so nicht ganz. Meerkohl braucht Humus – lebendiger Kompost – und eine sandigen, durchlässigen Boden. Er mag keinen kompakten, lehmigen Boden! Deshalb muss ich bei uns die Aussaat Stelle mit Sand und Erde aus den Maulwurfshügeln vorbereiten.

Testreihe Meerkohl Aussaat im Haus und Garten

Meine Idee: Ich säe die Meerkohl Samen auf mehrere Arten aus.

  1. Samen einfach ins Töpfchen und nach Draußen.
  2. Direkt vor Ort in einen halb eingegrabenen Tontopf. Diesen habe ich mit einem Gemisch aus Sand und Gartenerde befüllt.
  3. Die Samenhülle aufgeknackt, ebenfalls im Garten, wieder in Töpfchen. Und zuletzt
  4. Die Samenhülle aufgeknackt, aber im Haus.

Mal sehen, welche Methode das Rennen macht. Oder ob überhaupt etwas passiert. Worauf ich sehr hoffe. Denn ich habe schon einige Pläne für den Mehrkohl.

Planung Edimental Beet mit Meerkohl als Star

Edilmentals Grafik mit Meerkohl und Scolip, gemini generated
Edilmentals Grafik mit Meerkohl und Scolip

Im oberen Teil unseres Hanggartens, in dem es noch wilder zugeht als im restlichen Garten, wird es sehr trocken im Sommer. Optimaler Platz für den Meerkohl. Hier möchte ich das Beet aus dem Blogbeitrag „Edimentals & Sclopit: Vergessene Gourmet-Pflanzen für dein Gartenbeet“.

In dem beschriebenen Staudenbeet ist der Meerkohl der eigentliche Star.  Es muss also klappen mit der Meerkohl Aussaat. Alternativ besorge ich mir doch Pflanzen aus einer Baumschule und riskiere den Pflanzschock. Wenn ich dann soweit erfolgreich bin, werde ich natürlich berichten und auch über das weitere Vorgehen schreiben. Also einfach mal wieder vorbei schauen ab Mai.

Terrassenduell mit Edimental Beet als Startschuss

Die Planung und mein gewagter Versuch mich als Gartenplanerin zu betätigen – ich kann einfach nicht zeichnen – habe ich im Rahmen eines Wettbewerbes gemacht. Beim „Terrassenduell“ ging es darum dein Ideal von einer Terrasse zu ersinnen. Ideen habe ich genug, die aber in ein verständliches Bild umzusetzen – naja. Das ist nicht meine Kernkompetenz.

Meine Kernkompetenz ist es besondere Pflanzen zu finden, die in Vergessenheit geraten sind. Diese wieder in das Bewußtsein zu rücken und sie anzubauen! Und darin bin ich richtig gut. In diesem Sinne dürfen wir alle gespannt sein, wie es in 2026 weiter geht mit meinem Meerkohl Experiment. Und damit haben wir auch meine diesjährige Challenge: Erstellen des Edimental Beetes mit Meerkohl!!

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