Es heißt, man soll mindestens einen Baum im Leben pflanzen. Nun, da habe ich das Soll bereits übererfüllt. Alleine im Hausgarten bin ich bei Baum Nummer 10 angelangt. Neben 4 Obstbäumen und einem Walnussbaum, sind im Hausgarten auch die verschiedenste Laubbäume eingezogen, darunter auch der Judasbaum.
Judasbaum mit purpurnen Blättern der Nachfolger einer Eberesche
Der erste von mir im Hausgarten gepflanzte Baum war in 2016 eine Eberesche. Ebereschen bilden im Frühjahr viele kleine Blüten. Sie sind daher eine wichtige und gute Nahrungsquelle für die ersten Wildbienen im Jahr.
Leider ist die Eberesche bereits nach zwei Jahren an dem berüchtigten Pilz „Falschen Weißen Stängelbecherchen“ ( Hymenoscyphus pseudoalbidus ) eingangen. Das ist ein fieser Pilz aus dem asitischem Raum, welcher in vielen Europäischen Ländern den Eschen Bestand um bis zu 90 % zerstört hat.
Ich sehe gerne Purpur im Garten
Bei der Auswahl der anderen Laubbäumen war mir eine besondere Struktur und die etwas andere Blattfarbe wichtig. Daher sind alle meine hinzu gekauften Laubbäume mehr oder minder Rot bis Dunkelpurpur in der Blattfärbung. Sie brechen das grüne Einerlei der Kirschlorbeer Büschen auf, welche immer noch viel zu häufig hier im Garten vertreten sind.
Mehr zufällig hat sich dann ein weiterer Vorteil bei eigentlich allen von mir gepflanzten Bäumen gezeigt: Auch diese Bäume bieten im Frühjahr ein großes Nahrungsangebot von Insekten mit unzähligen Blüten. Darunter die wichtigste Nahrungsquelle im Vorfrühling, die Blutpflaume. Mehr über die Blutpflaume könnt nachlesen ihr im Beitrag Die Blutpflaume blüht.
Der rote Judasbaum
Einer davon ist der Judasbaum (eigentlich Cercis siliquastrum, aber ich habe die Variante Ceris canadensis). Diesen Baum habe ich wirklich nur wegen der außergewöhnlich schönen Blätter gekauft. Sie sind herzförmig und tiefdunkel Rot. Als Hochstamm von damals bereits 3 m war es Faszination auf den ersten Blick.
Im ersten Standjahr hatte ich ein wenig Sorge, dass der Judasbaum eingegangen ist. Es wollten sich einfach keine Blätter zeigen. Dann kam dieser ungewöhnlich heftige Frost im Mai. Danach explodierte der Baum regelrecht. Ein nicht nur schöner, sonder auch smarter Baum. Er hat einfach abgewartet bis die Frostgefahr vorbei war.
Bienenfutter und Insektenmagnet sind alle meine Bäume im Hausgarten
Im nächsten Frühjahr dann eine noch schönere Überraschung. Nicht nur, dass der Judasbaum viel früher austrieb – war ja auch ein warmes Frühjahr ohne drohenden Nachfrösten. Er war auch auf einmal voll mit kleinen, purpurnen Blüten. Wie winzige Orchideen sehen die Blüten aus. Und die duften (ich schwärme gerade).
Ich konnte mich nicht satt sehen an dieser zarten Pracht. Das Besondere bei der Blüte des Judasbaum: Die kleine, zarten Blüten sitzen Büschelweise an den Mehrjährigen Ästen.
Ich habe ein Faible für mediterrane Bäume im Garten
Klar, frau hätte sich vorher darüber informieren können. Aber ich bin eine Lustkäuferin bei meinen Pflanzen. Wie ich inzwischen weiß, ist gilt er als Neophyt und führt zum Punktabzug bei zum Beispiel „Natur im Garten“ Bewertungen. Aber nachdem ich gelesen hatte, dass diese Baumart mit dem wärmer werdenden Klima gut zurecht kommt, war der Kauf entschieden. Der Judasbaum stammt wie der Perückenstrauch aus der Mittelmeerregion.
Er hat sich zum Prachtstück in meinem Schattenbeet entwickelt. Er thront über Silberblatt, Hibiskus, Christrose, Phlox, Karamelbeere und vielen anderen, einjährigen Blumen. Nur der blöde Kirschlorbeer wuchert munter weiter. Muss ihn mal wieder gewaltig stutzen. Immerhin lieben ihn die Spatzen.






