Jahrelange Erfahrung hat mir gezeigt: Kürbis und Zucchini Direktsaat funktioniert am besten. Übrigens:Die Zeiten, in denen nur die Standard Zucchini angebaut werden, sind definitiv vorbei. Aber für alle Kürbissorten gilt: Sie mögen es nicht sonderlich verpflanzt zu werden.
Einen kleinen Einblick in die Vielfalt der Zucchini und Courgettes in meinem Garten findet ihr in meinen Blogbeiträgen „Courgette oder Zucchini“ und „Zucchini Tromboncino“ (die ja eigentlich keine Zucchini ist).
Für euch zuerst eine Aufzählung meiner Favoriten.
Meine Zucchini Favoriten Liste
- Black Forest
Vorzug: Eine Besonderheit unter den Zucchini, da sie kletternd wächst. Bei rechtzeitigem Hochbinden an einem Gitter spart sie enorm viel Platz und die Früchte bleiben sauber und makellos. Die Sorte ist zudem sehr ertragreich und nicht ganz so empfindlich gegenüber Mehltau, wie andere Zucchinisorten. - Genovese
Geschmacklich mein absoluter Favorit. Dazu nicht ganz so wässrig wie die Rondo. Sie braucht aber viel Platz und ist im Hochbeet besser aufgehoben, als in einem Pflanzkübel. - Rondo (Rondo di Nizza)
Vorzug: Diese Sorte bildet hübsche, runde, hellgrüne Früchte. Sie eignen sich hervorragend zum Füllen und Schmoren im Ofen. Sie sind aber wässriger und verlieren schnell ihre Form. Der Wuchs der Pflanzen ist buschig und kompakt, was sie ideal für kleinere Beete oder große Töpfe im Balkongarten macht. - Pattison (UFO-Zucchini), gelb
Vorzug: Die flachen, sternförmig gewellten Früchte sind ein optischer Hingucker. Sie haben ein festes Fruchtfleisch und ein leicht nussiges Aroma, das an Artischocken erinnert. Sie können sehr jung wie Essiggurken eingelegt oder später gefüllt werden. Da die Schale hart wird, wenn sie zu groß werden: Am besten bei einem Durchmesser von 6 – 8 cm ernten. - Tromboncino (Tromba d’Albenga)
Vorzug: Eine sehr wüchsige Klettersorte mit langen, gebogenen Früchten, die am Ende kolbenartig verdickt sind. Das Fleisch ist deutlich fester und aromatischer als bei Standard-Zucchini und enthält weniger Wasser.
Größter Vorteil: Die Samen bilden sich nur am verdickten Ende, dass Fruchtfleisch bleibt fest und auch bei großen Exemplaren genießbar. - Golden Rush
Vorzug: Eine gelbe Sorte, die farbliche Akzente setzt. Gelbe Zucchini gelten oft als etwas milder und feiner im Geschmack. Zudem sind die Früchte auf der Pflanze zwischen dem grünen Laub leichter zu entdecken, was hilft, den optimalen Erntezeitpunkt nicht zu verpassen. - Custard White
Vorzug: Eine weiße Pattison-Sorte. Sie besticht durch ihr sehr zartes, helles Fleisch und eine edle Optik. Sie ist besonders dekorativ, wenn man verschiedene Sorten gemeinsam serviert. Auch hier gilt, nicht zu lange mit der Ernte warten, das die Schale der „UFO’s“ schnell aushärtet.
Für den Balkongarten empfehle ich die Sorten
Rondo, Black Forest und Pattison.
Wichtig dabei: Ein ausreichend großen Pflanztopf mit min. 30 Lieter und eine gute Wasser bzw. Nährstoffversorgung.
Direktsaat von Zucchini, Kürbis und Co. ab Mitte April

Heute (10. Mai 21) – wird es Zeit, dass endlich die Samen einer meiner beiden Standardsorten in die Erde kommen. Ehrlicherweise bin ich bereits viel zu spät dran für die Direktsaat der Zucchini. Die Kürbis Samen sind bereits vor 3 Wochen gesetzt worden.
Seit 2019 ziehe ich zwar in Teilen ich Gurken, Zucchini und Co. noch vor. Aber überwiegend stecke ich die Samen direkt ins Beet ein. Die Ausfallquote war bei den vorzogenen Setzlingen immer sehr hoch. Sie waren zu verzärtelt oder die Wurzel zu empfindlich. Allzu oft sind die gepflanzten Setzlinge nicht mit den Bedingungen in der neuen Umgebung klar gekommen und eingegangen.
Warum Direktsaat
Kürbisgewächse sind bekannt dafür, dass sie sehr empfindliche Wurzeln haben. Hat das Wurzelwachstum einmal gestoppt – etwa, weil der Pflanztopf zu klein wurde für den Wurzelstock – kommt dieser nicht mehr in Gang. Die Pflanze verkümmert, eine Ernte ist nicht mehr zu erwarten.
Oder die Umstellung von den moderaten Temperaturen im Haus zu der Trockenheit und Hitze im Garten ist einfach zu viel.
Noch so ein Kürbispflanzenkiller sind zu kompakte, kompostierbare Pflanzentöpfe. Die zarten Wurzeln können das feste Gewebe nicht durchstoßen und die Kürbispflanzen gehen ein.
Nachteil Direktsaat: Ernte beginnt erst später
Die direkt vor Ort ausgesäten Zucchini Pflanzen – wenn sie denn aufgehen – sind wuchsfreudig und ertragreich. Allerdings fehlt ihnen der Vorsprung, den sie bei der Aussaat im Haus haben. Das sind immerhin 5 Wochen, in denen andere Gärtner*innen bereits früher ernten und ich noch auf die ersten Blüten warte.
Hinzu kommt, dass mir die Wetter Kapriolen Ende April, Anfang Mai das schmale Zeitfenster für die Direktsaat auch „verhageln“ können. Wenn es doch noch einmal Nachtfrost gibt, sterben die kleinen Pflänzchen ab. Es ist also eine Frage der Abwägung, was den größeren (Ernte-)Vorteil bringt. Deshalb am Besten …
Vorziehen und Direktsaat für eine gesicherte Ernte
Wer sicher Ernten will, sollte Beides machen: Vorziehen und Direktsaat. Dieses Jahr habe ich zusätzlich auch mal wieder eine Zucchini Pflanze gekauft und gepflanzt. Diese Standardsorte wird hoffentlich gut wachsen und uns die Wartezeit verkürzen, bis zur ersten Frucht gewachsen ist an den heute ausgesäten Zucchini Samen.
Rankhilfe aus Buchsbaumzweigen für die kletterzucchini Black Forest
Für die Zucchini Black Forest brauche ich eine Rankhilfe. Zuerst baue ich eine kleine, dreiseitige Pyramide aus alten Kirschlorbeerzweigen. Die verästeln sich am oberen Ende, was alles noch uriger aussehen lässt. Für die Stabilität gibt es einen Zweig als Querstütze. Zuerst hatte ich an Schrauben als Befestigung gedacht, aber ich greife dann doch lieber wieder auf meine Gartenschnur zurück. Die kommt bei mir in diesem Jahr oft zum Einsatz.
Mir gefällt das urige Rankgerüst. Jetzt müssen aber die Samen endlich in die Erde. Die Sorte „Courgette Romanesco“ hat einen feinen Geschmack und wird nicht schwammig. Je nach Alter der Samen reichen Zwei Stück, da geht zumindest eine sicher auf. Bei Samen, welche schon älter sind müssen sieben bis acht davon in die Erde. Kürbisgewächse verlieren relativ schnell ihre Keimfähigkeit.
Kürbisgewächse brauchen immer viel Sorgfalt und Unterstützung

In jeder Ecke der Pyramide säe ich heute je drei Samen rund um die Äste. Sollten alle Samen aufgehen – wovon ich jetzt nicht ausgehe – werde ich die Schwächeren entfernen. Der Plan ist nun, dass sich das (hoffentlich) ausladende Blätterwerk mit meiner Unterstützung auf dem Rankgerüst ausbreitet und die Zucchini bzw. Courgettes nicht mehr auf der Erde liegen.
Von ganz alleine wachsen die Ranken allerdings nicht nach oben. Sie müssen immer wieder hoch gebunden werden. Direkt nach der Keimung sollte man die zarten Pflänzchen vor Schnecken schützen. Später sind die schleimigen Biester nur noch an den Früchten zu finden – wenn es keine andere Auswahl in der näheren Umgebung gibt.
Ich baue jetzt erst einmal weitere Rankhilfen. Immerhin müssen noch andere Zucchini, Gurken und Kürbissorten ins Beet. Und die Bohnen Saison beginnt jetzt auch. Wo war nochmal die Gartenschnur?



