Rundum Wohlfühlen: Unser DIY Sitzplatz für die Teestunde im Grünen

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Teestunde am DIY Sitzplatz
So stelle ich mir es vor.

Wer kennt das nicht: Werden die Kinder größer, wird die Rasenfläche im Garten kleiner. Oder in unserem Fall die Wiesenfläche. Es wird kein Ball mehr gespielt und auch die Schaukel hat ausgedient. Zeit für neue Staudenbeete und mindestens einem schönen DIY Sitzplatz. Einer dieser Sitzplätze soll endlich meine Oase für einen entspannten Nachmittagstee im Sommer werden.

Wohlfühl Oase und DIY Sitzplatz für eine Tea Time

So war der Plan im zeitigen Frühjahr 2025. Die Fläche war schnell definiert in unserem Hanggarten. Es hat dann etwas gedauert heraus zu finden, wie wir den Platz nach oben absichern. Eine Trockenmauer haben wir schnell verworfen, ebenso eine Ziegelsteinmauer – welche mein ursprünglicher Favorit war. Wir haben uns dann auf ein 270 cm langes und 50 cm breites Cortenstahl Beet geeinigt. Weil es leichter zu Transportieren, schnell zusammengebaut und zu Befüllen ist. Ich habe es nicht bereut.

Cortenstahl Beet als Hangsicherung und mit Drainageschicht

Schnell war auch an der vorgesehenen Stelle eine entsprechend tiefes Loch gegraben und dieses mit einer Drainage Schicht aus heimischen Kies befüllt. Die Kiesschicht sollte min. 15 cm hoch sein. So wird das Beet nicht weg geschwemmt bei Starkregen.

🛠️ Projektschritte: Sitzplatz & Tee-Ecke

  • Abstecken & Nivellieren: Fläche mit Schnüren markieren und die exakte Ebene ermitteln.
  • Cortenstahl-Beet: Aufbau und Platzierung der Beeteinfassung.
  • Drainageschicht: Untergrund für optimale Entwässerung im Beet.
  • Fläche einebnen: Millimeterarbeit für einen geraden Untergrund.
  • Splittbeton: Einbringen der stabilen Unterschicht.
  • Sandsteinstufen: Fachgerechtes Setzen der Stufen auf Magerbeton.
  • Randeinfassung: Fixierung mit Ziegelsteinen und Stahlband.
  • Kiesbelag: Finish mit feinkörnigem Kies für das perfekte Gehgefühl.

Im Mai stand also schon mal das Cortenstahlbeet. Noch in einem Loch, aber bereits bepflanzt mit Stauden und Stangenbohnen. Ich war überrascht, dass ein neues Cortenstahlbeet noch nicht die so typische Rostoptik hat. Die entwickelt sich erst im Laufe von ein paar Monaten. 

Sanftes Knirschen unter den Füßen: Warum Kies der ideale Belag für unsere Tee-Ecke ist

Der Belag der Sitzfläche war Ursache für einige Diskussionen. Holz – zu rutschig und die Unterkonstruktion zu aufwendig. Steinplatten aus Beton – nicht mein Fall und zu teuer. Alte Ziegelsteine sind bei uns in ausreichender Zahl nur schwer zu bekommen. Auf dem Schuttplatz wollen die inzwischen auch 3,- € pro Ziegelstein. Nope, da bin ich raus.

Wir haben uns dann für einen Kies mit feiner Körnung entschieden. Ebenfalls aus dem nur 6 km entfernten Kieswerk. Als Unterschicht war Splittbeton letztlich unsere Wahl. Ich wollte keine komplette Versiegelung und auch keinen Beton im Garten.

💎 Warum geschreddert statt rund?

Wenn Kies „geschreddert“ wird, entsteht Splitt. Im Gegensatz zu rundem Flußkies haben diese Steinchen scharfe Kanten.

  • Die Verzahnung: Die kantigen Steine verkeilen sich ineinander. Das macht deinen Sitzplatz deutlich trittfester.
  • Splittbeton: Als Unterschicht verwendet, bietet er eine extrem stabile Basis, auf der die Sandsteinstufen nicht „schwimmen“.
  • Optik: Gebrochenes Material wirkt oft moderner und edler als bunter Rundkies.

Für unsere Teestunde haben wir uns bewusst für dieses Material entschieden, damit die Stühle stabil stehen und nicht im Boden versinken.

Blut, Schweiß und Gartenfreude: Einebnen der Sitzfläche im Hanggarten ist eine Herausforderung

Was dann richtig lange gebraucht hat, waren die Erdarbeiten. Denn auch die Fläche für den neuen Sitzplatz muss erst eingeebnet werden. Wirklich eine Sch… Arbeit, welche mein Mann lange alleine stemmen musste. In den Sommermonaten keine Freude. Denn entweder waren es fast 40 °C oder mal wieder Dauerregen.

Archäologische Ausgrabungen statt Gartenbau: Warum wir erst Schuttberge versetzen mussten

Die Erde haben wir nicht entsorgt, sondern die 100 m den Hang hoch geschoben. Naja, mein armer Mann, ich durfte nicht. Mehr als 5 Schubkarren gingen einfach nicht pro Arbeitsrunde. Erschwerend kam und kommt bei uns im Garten dazu, dass alle Vorbesitzer den Garten immer als Schutthalde hergenommen haben. Ganze Dächer und Ziegelsteinwände graben wir wie die „Arschäologen“ hier mit jeder Schaufel aus. Ehrlich, macht kein Spaß.

Handwerkskunst trifft Naturstein: Wenn der GaLaBauer die schweren Brocken setzt

Zurück zur Sitzfläche: Ende August war noch immer nicht die komplette Fläche eingeebnet. Zwischenzeitlich hatte ich auch ein paar Sandsteinstufen gekauft. Leider gab es keinen Sandstein aus der Region.

Das Setzen der Sandsteinstufen ist wirklich kein Ein-Mann-Job. Mit über 70 kg pro Stufe. Dazu muss so eine Steinstufe auf einem Betonsockel sitzen, damit sie sicher ist. Hier sind wir definitiv an unsere DIY Grenze gestoßen. Deshalb habe ich für die schweren Arbeiten Landschaftsgärtner engagiert. Innerhalb von 5 Stunden haben sie zu zweit die Fläche mit dem Kiesbeton aufgefüllt, diesen verdichtet und an drei Stellen die Sandstein Stufen gesetzt. Das ging flott, war aber auch nicht so ganz günstig.

Feinschliff für den Sitzplatz

Danach waren wir dann wieder dran, mit dem Feinschliff und dem Auffüllen der Kiesschicht. Leider konnten wir in 2025 die Sitzfläche nur noch wenige Male nutzen. Etwa für ein Lagerfeuer in der Feuerschale und einer wärmenden Suppe im Dutch Oven zu Halloween. War auch schön, doch meine Teestunde hatte ich noch nicht. Da muss ich noch warten bis in den nächsten Mai.

In das Cortenstahl Beet habe ich bereits Tulpenzwiebeln gesetzt und Duftwickensamen eingesät. Ich kann es kaum erwarten, dass ich dann endlich entspannt meinen Nachmittags Tee trinken kann. Auf unserem nicht mehr ganz so neuen Sitzplatz.

Splittbeton, nachhaltigere Alternative zum Kiesbeton

Nochmal ein Wort zum Unterbau der Sitzfläche. Ziel ist es immer so wenig Fläche wie möglich zu versiegeln. Deshalb nochmal kurz eine Erklärung was Splittbeton ist im Unterschied zu Kiesbeton.

MerkmalKiesbetonSplittbeton
GesteinsformRund (Naturkies)Kantig (Splitt)
BindemittelKlassischer BetonZementleim / Dränbinder
NachhaltigkeitKritisch: Verbraucht knappen BausandBesser: Nutzt gebrochenes Gestein
ÖkologieVersiegelung: Regenwasser fließt oberflächlich abVersickerung: Offenporig & wasserdurchlässig
StabilitätMassiv & dichtVerzahnt & tragfähig

Tipp: Für unseren DIY-Sitzplatz war Splittbeton die erste Wahl, um ein „Schwimmen“ der Fläche zu verhindern. Das Regenwasser kann trotzdem versickern.