Letztes Jahr Anfang Mai habe ich von einem lieben Freund mehrere Palettenrahmen geschenkt bekommen. Diese wurden wegen leichter Beschädigungen in seinem Betrieb aussortiert. Für mich sind die Palettenrahmen eine schnelle und einfache Methode, um nicht nur ein weiteres Hochbeet im Garten aufzubauen, sondern gleich 6! Ich habe mich riesig über dieses Geschenk gefreut und sie gleich für mein Upcycling Projekt eingesetzt.
Palettenrahmen Hochbeet – schnell aufgebaut und bepflanzt

Denn die Anbaufläche für das Gemüse im Garten muss vergrößert werden. Die Palettenrahmen Hochbeete finden ihren neuen Platz neben dem vier Beeten des Bauerngartens. Direkt auf dem Rasen staple ich je zwei Palettenrahmen aufeinander.
OK, nicht ganz direkt. Es braucht noch unbedingt einen engmaschigen Hasendraht zwischen Rasen und Hochbeet. Als Schutz vor Wühlmäusen. Pappe kommt hier bei diesen Hochbeeten aber nicht zum Einsatz. Durch die hohe Befüllung kommt das Unkraut nicht durch.
Der beste Zeitpunkt für den Aufbau eines Hochbeetes ist bereits im Herbst. Dann wird die Erde darin gut durchfeuchtet und der Kompost kann reifen. Mehr zum Thema reife Pflanzerde findet ihr in meinem Blogbeitrag „Reife Pflanzerde“.
Tip: Ausreichend früh starten. Es braucht den Regen im Frühjahr. Bei den Palettenrahmen Hochbeete starte ich im Februar.
Hochbeet Befüllung – die Schichten für ein ertragreiches Hochbeet

Hier nun das bei mir übliche Schema für die Befüllung aller meiner Hochebeete (am Beipiel eines Upcycling Hochbeetes im Vorjahr). Die Befüllung wird von Unten nach Oben beschrieben:
Erde erst reifen lassen, dann pflanzen
Die frische Pflanzerde kann auch erst kurz vor der Aussaat bzw. Pflanzung eingebracht werden. Sowohl der Kompost, wie auch die frische Pflanzerde werte ich noch auf mit
- etwas organischem Dünger,
- Urgesteinsmehl und einem
- Bodenaktivator.
Zur Sicherheit zwischen Bodenaktivator Gabe und der Bepflanzung des Hochbeetes min. 2 Wochen abwarten. Die Erde sollte zuerst „reifen“ können, bevor die Pflanzen hinein gesetzt werden.
✨ Was bewirkt eigentlich ein Bodenaktivator?

Ein Bodenaktivator ist kein klassischer Dünger, sondern ein Bodenhilfsstoff. Er fungiert als Starthilfe für das Bodenleben: Er weckt Mikroorganismen auf und fördert die Humusbildung. Besonders im Hochbeet, wo die Erde oft schneller austrocknet oder zusammensackt, hilft er dabei, die Bodenstruktur nachhaltig zu verbessern.
Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:
- ✅ Belebt die Erde: Fördert nützliche Mikroorganismen und Regenwürmer.
- ✅ Optimiert den pH-Wert: Beugt einer schleichenden Versauerung des Bodens vor.
- ✅ Bessere Nährstoffaufnahme: Hilft den Pflanzen, vorhandene Düngestoffe effizienter zu verwerten.
- ✅ Wasserhaushalt: Die Speicherfähigkeit des Bodens wird verbessert – ideal für heiße Sommer.
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Hochbeet Rechtzeitig im Frühjahr aufbauen!!!!
Nochmals zum richtigen Zeitpunkt für die Befüllung von Hochbeeten. In einem Jahr habe ich das Hochbeet erst Ende April aufgestellt. Das war eindeutig zu spät. Ab Mitte Mai hatten wir im Sommer 2020 mal wieder eine anhaltende Trockenheit. Die Erde in den beiden Hochbeeten konnte nicht nachhaltig durchfeuchtet werden. Einfach ein paar Gießkannen mit Wasser beim Aufbau waren nicht ausreichend genug, um Kompost und Erde nachhaltig zu durchfeuchten.
Trockene Erde mit hohem Faseranteil bleibt trocken
Hinzu kommt, dass die Fähigkeit Wasser zu speichern bei den Pflanzerden ohne Torf gegen Null geht. Bei torffreier Erde wird der Torf durch Pflanzenfasern – zumeist Kokosfaser oder Holzfaser – getauscht.
Holz- und Kokosfaser haben den großen Nachteil: Wenn sie einmal ausgetrocknet sind, dann bleiben sie trocken. Sie können sich nicht wieder regenerieren und erneut Feuchtigkeit aufnehmen. Man nennt sie auch hydrophob – witziges Wort.
Es werden jetzt vermehrt andere, wasserspeicherfähige Zutaten unter die Pflanzerde gemischt. Welche das sind, siehst du im folgenden Block.
💧 Echte Wasserspeicher: Torffreie Hilfe für durstige Hochbeete
Vergiss Holzfasern, wenn es um Durstlöscher geht! Wer auf Torf verzichtet, braucht Stoffe, die Wasser physisch festhalten können. Hier sind die echten Kapazitäten für dein Hochbeet:
Die Wasser-Halter für deine Erde:
- 🧱 Frischer Lehm / Tonpulver: Das Herzstück gesunder Böden. Lehm bildet mit Humus die wertvollen Ton-Humus-Komplexe. Er speichert Wasser phänomenal und verhindert, dass Nährstoffe einfach ausgewaschen werden.
- 🌋 Bentonit: Ein natürliches Tonmineral, das besonders bei sandigeren Erden im Hochbeet Wunder wirkt und die Wasserspeicherkraft massiv erhöht.
- 🐑 Schafwollpellets: Ein biologischer Schwamm, der das Dreifache seines Gewichts an Wasser hält und gleichzeitig als Langzeitdünger fungiert. Aber Achtung, nicht direkt an die Pflanzen geben, es besteht Schimmelgefahr.
- 🌑 Pflanzenkohle: Ihre mikroskopisch kleine Porenstruktur saugt Wasser auf und hält es über Jahre hinweg im Boden verfügbar. Ihre poröse Struktur bindet auch Dünger, dieser wird nicht sofort wieder ausgeschwemmt.
Profi-Tipp: Wenn du lehmigen Gartenboden hast, mische ihn unbedingt unter deine Hochbeeterde – das spart Gießwasser und bares Geld!
Doch ohne den Aufbau von Humus, gibt es keine klimataugliche Pflanzerde.
Und Humusaufbau dauert. Seit dem mir das bewusst ist, baue ich meine Hochbeete immer spätestens Februar auf. Dann kann die Erde feucht werden und die Pflanzerde reifen. Ich verweise nochmal auf meinen Beitrag „Reife Pflanzerde„.
Ein Hochbeet im Laufe der Gartensaison
Ende April kommen die ersten Gemüsepflanzen in die beiden Hochbeet. Die selbst vorgezogenen Paprika, Chili, Aubergine werden gepflanzt. Dazu noch zwei Zucchinipflanzen bzw. Courgette – immer am kurzen Ende der Hochbeete. Hier könne die Zucchini dann herunter ranken. Die Pflanzen sind gut gewachsen, doch die Fruchtbildung war nicht sehr groß. Die anhaltende Trockenheit hat den Ernteerfolg etwas geschmälert bei Paprika und Aubergine. Dafür sind Zucchini und Chili fleißig gewesen.
Start im zweiten Standjahr der Hochbeete
Jetzt stehen die Palettenrahmen-Hochbeete ja bereits ein Jahr im Garten. Anhaltender Regen und die derzeit ordentliche Schneemenge lösen das Trockenheitsproblem. Gerade der Schnee bringt Feuchtigkeit in den Boden, welche beim Tauen langsam einsickern kann. Bereits Mitte Dezember habe ich die Hochbeete mit frischem Kompost und weiterer Gartenerde aufgefüllt. Die Kälte und der Schnee befördert die Bodengare. Ich bin mir sicher, im nächsten Sommer wird hier alles noch besser wachsen.
Aussaat ins Hochbeet im Februar
Laut der Fruchtfolge sollte ich in die Palettenrahmen Hochbeete nicht sofort wieder Paprika und Auberginen pflanzen. Deshalb starte ich mit der Aussaat der leckeren Rettich Sorte „Eiszapfen“. Diese hatte ich letztes Jahr zum ersten Mal ausprobiert, ebenfalls im Februar ausgesät. Die ersten Eiszapfen konnte ich zu Ostern ernten. Sehr lecker und nicht zu scharf.
Zwischen die beiden Reihen Eiszapfen säe ich Spargelsalat an, sobald sich der Schnee und die Eiseskälte verzogen haben. Es sollen noch weitere Salatpflanzen einziehen, wie zum Beispiel der Teufelsohr. Den ziehe ich in dem Gewächshausschrank auf der Terrasse vor. Dort ist er Schneckensicher und vor drohendem Frost geschützt. Zwischen Spargelsalat und Teufelsohr säe ich noch Mangold ein. Der wird später vereinzelt, dann er darf nicht zu dicht stehen.
Leider ist der Standort dieser Hochbeete viel zu warm für meine geliebten Kohlpflanzen, besonders im Hochsommer. Dann ist dieser Ort im Garten den ganzen Tag vollsonnig. Kopfkohlsorten fangen hier immer an zu schießen. Rosenkohl und Palmkohl mückern vor sich hin.
Dafür ist die Aussaat aller Beete Sorten erfolgreich und das schon bei einer Aussaat im April. Normalerweise sollen Beete – wie Forono oder Golden Beet – nicht vor Mai ausgesät werden, da sie keine kalte Erde mögen. Doch hier klappt der Frühstart gut.
Im Laufe der Gartenjahre ist in den beiden Palettenbeeten wirklich viel Gemüse gewachsen. Aber mal ehrlich: Es kann nie genug Anbaufläche geben.
Vielleicht hat mein Freund ja noch ein paar Palettenrahmen übrig? Das wäre super! Ich sage jetzt schon einmal vielen lieben Dank und werde diesmal die Erde und den Kompost vorsorglich jetzt schon im Hausgarten offen lagern, damit sie gut durchfeuchten können.
Spaziergang rund ums Hochbeet im Juli
Noch ein Rezept mit meiner Hochbeet Ernte
Kürbis Grünkohl Salat
Kochutensilien
- 1 Reibe
- 1 Salatschüssel
Zutaten
- 300 g Hokkaido
- 20 Blätter Grünkohl
- 1 Pastinake mit frischen Blättern
- 4 El Apfelessig
- 2 El Rapsöl
- 1/2 Tl Knoblauchpulver
- 1 Orange
- Salz
Anleitungen
- Hokkaido zerteilen und die Kerne entfernen. Wer den Salat mit Biss mag, kann die Schale dran lassen. Ansonsten entfernen. Kürbis mit einer feinen Reibe hobeln.Pastinake schälen und ebenfalls fein hobeln.
- Die Blattstiele des Grünkohl abschneiden, die Blätter gründlich waschen und in feine Streifen schneiden.
- Grünkohlstreifen in eine Schüssel geben, darauf Apfelessig und den Saft einer Orange. Mit der Hand den Grünkohl durchkneten, bis er ganz weich wird.
- Kürbis und Pastinaken zum Grünkohl geben, abschmecken mit Salz und Knoblauch. Erst zum Schluss das Öl zugeben. Etwas ziehen lassen, damit der Salat den Geschmack annimmt. Wer mag, kann noch das Blattgrün der Pastinake zugeben.





















