Ritterstern übersommern

Der Ritterstern (Hippeastrum), umgangssprachlich Amaryllis, findet sich inzwischen in fast jedem weihnachtlichen Wohnzimmer. Mitten im kalten Winter treiben die großen, oft gewachsten Blumenzwiebeln aus. Sie erblühen in roten, weißen oder pinken Blüten. Sie jedes Jahr neu nach zu kaufen ist dabei allerdings alles andere als nachhaltig.

Eine zweite Blüten Runde oder Mehr der Ritterstern Zwiebel

Mit ein wenig Zeit und Pflege können sie ganz einfach zu einer zweiten Blüte überredet werden. Ehrlich gesagt auch zu einer dritten und vierten. Ob sie eine fünfte macht, kann ich zu Weihnachten 2026 sagen.

Leider landen spätestens im Januar bei den allermeisten die Amaryllis Zwiebeln im Müll. Für mich inzwischen pure Verschwendung. Meine Amaryllis Zwiebeln blühen nicht nur, sie haben sich sogar schon vermehrt

Wie helfe ich meiner Ritterstern Zwiebel?

Die Arbeiten sind absolut überschaubar. Zuerst die verblühten Blüten samt Samenkapsel abknipsen. Den Blütenstängel stehen lassen, die Spitze muss unversehrt bleiben. Dann könnte sogar noch eine Blüte in der gleichen Saison wachsen. Auch die grünen Blätter bleiben an der Zwiebel.

Nach der Blüte – spätestens Anfang Februar – werden die Zwiebeln getopft, wenn sie nicht bereits in einem Pflanztopf sitzen. Eine Zimmerpflanzenerde eignet sich am Besten. Ich lasse dabei das obere Drittel der Zwiebel über der Erde. So können die Blätter weiter wachsen. Verwelkte Blätter bzw. den verwelkten Blütenstängel entfernen. Nur ganz wenig wässern, damit die Zwiebel nicht anfängt zu gammeln.

Grüne Blätter weiter Wachsen lassen zum Kraft tanken

Bis zu den Eisheiligen Mitte Mai bleiben die Amaryllis im Haus. Im Wohnzimmer Dschungel fühlen sich die Amaryllis sehr wohl. Dann geht es raus. Ein kleines Plätzchen im Halbschatten auf dem Balkon reicht für die Amaryllis Pflanzen. Ab und an ein Schluck Wasser und etwas Blumendünger – mehr braucht es nicht. Den ganzen Sommer über schmücken sie die Terrasse mit ihren hochgereckten, grünen Blättern.

Amaryllis Ritterstern Blüte im Juli.
Blüte im Juli

Manchmal gehen sie sogar im Juni in die Blüte, wenn es ihnen besonders gut geht. Dann kann es aber sein, dass sie nicht wieder im Winter blühen. Die Amaryllis hat sich in ihren natürlichen Rhythmus zurück entwickelt.

Vor der Blüte kommt die wichtige Ruhephase für den Ritterstern

Bevor die Amaryllis Zwiebeln wieder Blüten treiben, brauchen sie eine Ruhephase. Meine Zwiebeln sind Anfang September in eine dunkle Ecke im Schopf umgezogen. In dieser Phase werden die Zwiebeln nicht gegossen. Die Blätter trocknen ab, die ganze Pflanzenkraft wird zurück in die Zwiebel gezogen.

Das ist der gleiche Prozess wie bei Tulpen über die Sommermonate. Soll die Zwiebel erhalten bleiben, muss ihr immer die Zeit gegeben werden sich zu erholen.

Im November geht es für die Amaryllis ins Warme

Rund 8 – 10 Wochen vor Weihnachten kommen die Zwiebeln wieder zurück ins Warme. Die Zwiebeln von den vertrockneten Blättern befreien und nach möglichen Schadstellen untersuchen. Es lohnt sich, die Zwiebeln in neue Pflanzerde umzutopfen, dazu ein guter Schluck Flüssigdünger. Aber nur einmal.

Bis zur Blüte nur dann gießen, wenn die Blätter Trockenerscheinungen zeigen. Normalerweise hat die Zwiebel genügend Kraft getankt für Blätter und Blüten.

Wenn alles gut gelaufen ist, schließt sich der Kreis und es gibt wieder eine schöne Blüte zur stillen Zeit in unseren Wohnzimmern.

Also diesmal nochmal Ritterstern Zwiebeln kaufen und dann nie mehr wieder. Das ist nachhaltig, schont die Umwelt und den Geldbeutel.

Eine weitere Blume für den Winter ist die Hyazinthe. Auch sie sollte ab Oktober vorbehandelt werden für eine reiche Blüte zu Weihnachten und Neujahr. Mehr dazu im Blogbeitrag Amaryllis oder Ritterstern und Hyazinthe