Tag des Regenwurmes

Der 15. Februar ist der Tag des Regenwurmes.

Ich freue mich immer, wenn ich beim vorsichtigen Graben in den Beeten viele Regenwürmer finde. Wobei das ja mehrheitlich Kompostwürmer sind, eine Unterart der Regenwürmer. Diese Würmer sind ein guter Indikator für einen lebendigen Boden mit einem guten Mikroorganismus.

Da irritiert es mich sehr, wenn ich in der Erde so gut wie keine Regenwürmer finde. Wie in dem einen Hochbeet bei mir. Woran liegt das? Nach einiger Lektüre muss ich gestehen, ich habe es versäumt dieses Beet zu „impfen“. Wo nichts ist, kann auch nichts wachsen. Das gilt auch für Würmer und Mikroorganismen. Die eingebrachte Erde und Kompost stammen ausschließlich von der Kompostanlage. Beide sind zwar voll von Mineralien und Dünger. Sie sind aber auch sterilisiert durch die Heißkompostierung. Mikroorganismen und „gute“ Bodenlebewesen nicht mehr vorhanden. Was nun?

Ich brauche einen Boden Impfstoff

In einer Küche, in welcher ausgewogen gekocht wird, entsteht viel Bioabfall. Wobei die Bezeichnung Abfall ganz und gar nicht zutrifft für Kartoffelschale, Apfelbutzen und Co. Vielmehr ist dieses Biomaterial ein wertvoller Rohstoff, welcher zu einem wahren Zaubermittel für den Gemüseanbau umgewandelt werden kann. 

Organischer Dünger aus Küchen „Abfällen“

Dafür braucht es nur die Hilfe von vielen kleinen Kompostwürmern. Wie die in meiner Wurmfarm von Wurmkiste.at. Sie fressen das Biomaterial und machen daraus einen organischen Dünger, welcher voll ist mit wertvollen Inhaltsstoffen. Darüber hinaus finden sich im Wurmhumus auch lebende Mikroorganismen. 

Mikroorganismen, welche im Kompost von der Kompostanlage nicht mehr zu finden sind. Bei der industriellen Kompostierung wird mit der sogenannten Heißkompostierung gearbeitet. Bei rund 70° C entsteht innerhalb von Wochen aus Pflanzenmaterial Kompost. Dabei werden nicht nur unerwünschte Samen, Insekteneier und Sporen zerstört. Auch Mikroorganismen und andere Bodenlebewesen überleben diesen Prozess leider nicht.
Ein Grund mehr für eine eigene Wurmkiste.

Was kann in die Wurmkiste?
  • Schalen und Reste von allen Gemüse Sorten
  • Reste von heimischem Obst – nicht zuviel wegen der Fruchtfliegen
  • Mineralien Mischung
  • Ab und an Kaffeesatz
  • unbehandelte Pappe – Labels entfernen
  • Gries als Leckerli

Beim kompostieren in einer Wurmkiste entsteht in rund 6 Monaten ein lebender Humus. Durchschnittlich 300 g klein geschnittenes Biomaterial gebe ich täglich in die Wurmkiste. Mal sind es fast 800 g Kartoffelschalen, Karottenraspeln, Zwiebelreste und Apfelbutzen. Dann mal wieder zwei Tage gar nichts. Ab und an gibt es auch eingeweichten Eierkartons, denn die in der Pappe befindlichen Holzfaser helfen den Kompostwürmern beim Verdauen. Die Pappe darf keine Farbstoffe enthalten. Bedruckte Labels unbedingt vorher entfernen. Kaffeesatz kommt nur selten rein.

Die Pflege der Würmer ist einfach

Ab und zu gibt es eine Mischung aus Urgesteinsmehl und Mineralien. Denn die Kompostwürmer sind zwar Zauberer. Doch NPK (Stickstoff, Phosphor und Kalium) kann nicht von den Würmern produziert werden. Wieviel davon im Wurmtee und Wurnhumus zu finden ist, liegt an dem eingebrachtem Pflanzen-/Material. Bio Gemüse – am besten aus eigener Produktion – ist also auch hier klar von Vorteil.
Das, was den Wurmbeitrag so wertvoll macht sind zum Beispiel die gefräßigen Nematoden.

Von guten und schlechten Nematoden

Nematoden sind Kleinstlebewesen – sogenannte Fadenwürmer -, welche in jeglicher Art von „lebendiger“ Erde zu finden sind. Es gibt Nematoden, welche die Wurzeln besonders junger Pflanzen stark schädigen. Doch es gibt auch Nematoden, welche den zarten Setzlingen helfen. 

Von dieser guten Sorte Fadenwürmer finden sich sehr viele im Wurmhumus. Sie fressen die schädlichen Fadenwürmer und auch andere Schädlinge. Eine große Hilfe sind sie im Kampf gegen die Trauermücken. Jedes Frühjahr vermehren sich die Trauermücken explosionsartig in den Anzuchtboxen – der Kinderstube von Chili, Paprika und Aubergine. Obwohl ich meine Anzuchterde immer im Backofen sterilisiere. Die Maden der Trauermücken fressen die Wurzel der Setzlinge ab. Der ausgestreute Sand hemmt nur bedingt die Mücklepest. 

Eine Gabe mit dem verdünnten Wurmtee düngt und stärkt die Pflänzchen. Gleichzeitig beginnen die eingebrachten guten Nematoden die Maden der Trauermücken aufzufressen. So kann eine gesunde Gemüsegeneration wachsen. 

 Wie läuft das denn jetzt mit einer Wurmkiste?

Am Anfang steht ein Bastelnachmittag. Die stabile Kiste von Wurmkiste.at besteht aus unbehandeltem Vollholz. Die einzelnen Teile werden verklebt und verschraubt und dann noch abgedichtet. Mir gefällt vor allem der lustig bedruckte Sitzkissendeckel, der als Hocker verwendet werden kann. 

Zum Start kommt das Starterpaket mit den Kompostwürmer in die Wurmkiste, darauf eingeweichte Pappe und eine gute Portion klein geschnittenes Gemüse hinein. Ordentlich mit Wasser aus der Sprühflasche einsprühen. Zum Schluss die Hanfmatte. 

Die Hanfmatte verhindert das Austrocknen des Gemüse-Wurm Gemisch, ist auch sehr beliebt bei den Kompostwürmern. Sie fressen sich durch die Hanfmatte, bis diese sich aufgelöst hat. Danach kann Zeitungspapier zur Abdeckung verwendet werden. Die Hanfmatten können auch nachgekauft werden. Unter die Hanfmatte/das Zeitungspapier kommt dann regelmäßig das Futter. Ist die Wurmkiste zur Hälfte voll, kommt ein Korb oben auf. 

Mit der Zeit wandern die Kompostwürmer immer weiter nach oben, in den Korb hinein. 

Ernte Wurmhumus

Nach rund 6 Monaten kann zum ersten Mal Wurmhumus geerntet werden. Dazu lockt man die Kompostwürmer mit einem Leckerbissen nach oben in den Korb. Griess eignet sich super als Lockmittel.

Im unteren Teil der Wurmkiste befindet sich jetzt der Wurmhumus, welcher geerntet werden kann. Vorsichtig heraus schaufeln und verirrte Würmer aussortieren und in die Wurmkiste geben. 

Wurmhumus ist Dünger, Bodenaktivator und Verbesserer

Der geerntete Wurmhumus kann jetzt locker in das Gemüsebeet eingearbeitet werden. So gelangen viele Nährstoffe in die Erde. Wurmhumus ist ein Power Dünger für den Kübelgarten, auf Balkon und Terrasse. Wurmhumus verbrennt nicht die Wurzeln, wie Mineralischer Dünger und verändert die Struktur der Erde in Kübel und Beete nachhaltig. 

Selbst kleinere Mengen des Wurmhumus helfen die Erde in Kübeln, Hochbeete und Pflanzbeete zu verbessern. Wie bei einer Impfung kommen all die guten Mikroorganismen, Nematoden und Düngemittel in die Erde. Was sonst mit teuren Bodenaktivatoren erreicht werden soll, geht spielend leicht mit dem selbst gemachtem Wurmhumus.

Der komplette Umwandlungsprozess braucht Zeit, aber man sieht bald, dass die Gemüsepflanzen sich besser entwickeln. Sie können die vorhandenen Nährstoffe über ihre Wurzel viel leichter aufnehmen.

So wird aus einem scheinbaren Abfall ein nachhaltiger Kraftstoff für den eigenen Gemüseanbau. Auch und gerade im Balkon Gemüse Garten. So, ich muss jetzt weiter Gemüse essen. Damit ich bald ausreichend „Impfstoff“ für das wurmlose Hochbeet zusammen haben.


Dieser Beitrag enthält Werbung für die Wurmkiste von Wurmkiste.at

Nachtrag zum 15. März: Es wird an diesem Tag auch an das traurige Schicksal Krebskranker Kinder gedacht.

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