Apfelernte und Verarbeitung

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Es ist mal wieder soweit: Die Apfelernte steht an. Nach inzwischen 7 Jahre habe ich eine Routine entwickelt beim Ernten und Verarbeiten der Äpfel.

Apfelernte

Inzwischen ernten wir nur noch von gepachteten Bäumen. Am 2. Oktober sind wir mit Leiter, Sack und Kindern auf die Obstwiese gezogen. Die Äpfel von diesen Bäumen sind groß und saftig. Da macht es nichts, dass nicht wirklich viel Äpfel an den beiden Bäumen hängen. Gleichzeitig mit der Ernte haben wir auch einen ersten “Putzschnitt” durchgeführt. Die abgestorbenen Äste und Wassertriebe wurden von den Kids abesägt. Das macht denen mehr Spaß als die Ernte der Äpfel.

Kraftraubender Balanceakt

Ganz schön anstrengend auf der Leiter zu balancieren, dabei mit dem voll ausgefahren Obstpflücker nach den hochhängenden Äpfel zu angeln – da weiß man am Abend, was man getan hat. Ich merke jetzt schon den drohenden Muskelkater. Immerhin ist es bei diesem recht späten Erntetermin nicht mehr ganz so warm wie noch Anfang September. “Nur” 22 ° C

Immerhin 4 der Kaffeesäcke sind nach dem Ernteeinsatz voll. Beziehungsweise so voll, dass mein Mann sie gerade noch tragen kann. Mich hätte es rückwärts auf den Boden geschmissen, hätte ich versucht so einen Sack zu tragen. Die gebrauchten Kaffeesäcke machen sich wirklich bezahlt. Sie sind dichter gewebt und können deutlich mehr Gewicht tragen als die üblichen Obstsäcke.

Nach drei Stunden sind die meisten Äpfel gepflückt und aufgesammelt. Nur die schimmeligen Äpfel werden aussortiert. Und die Äpfel, welche gaaanz oben hängen. Die können sich die Vögel holen, dafür lohnt sich kein Knochenbruch. Jetzt geht es weiter in die kleine Kellerei “Alte Trott”. Ich gehe am liebsten dort hin, weil wir hier ausschließlich den Saft aus unseren eigenen Äpfeln mit nach Hause nehmen. Bei großen Kellereien gibt es für das angelieferte Obst nur vermischten Saft.

Aus etwas mehr als 130 kg Äpfel sind fast 100 l frischen Most gepresst worden in der kleinen Kellerei “Alte Trott”. Eine stolze Menge. Hatte nicht mit soviel Saft gerechnet. Dieses Jahr mache ich aus einem kleinen Teil des rohen Saftes Apfelessig. Aus dem überwiegenden Teil – 90 l genau gesagt – wird dieses Jahr einfach pasteurisierter Apfelsaft. Im Keller lagern immer noch 20 l Apfelwein, das reicht uns.

Jetzt wird der Apfelessig gemacht

DIY Apfelessig

Selbst gemachter Apfelessig aus frisch gepresstem Apfelsaft
Gericht Vinegar
Land & Region American, Deutschland, Europa
Portionen 7 Liter

Equipment

  • 10 l Glasballon
  • Messbesteck
  • Küchenkrepp
  • Gummi
  • Alternativ 8 oz Jar

Zutaten
  

Menge für 10 l Glasballon

  • 7 l gaaanz frisch gepressten Apfelmost
  • 1/2 Tl Reinzuchthefe "Bouqet"

Menge für ein Jar

  • 800 ml frisch gepresster Apfelmost
  • 1 Messerspitze Reinzuchthefe "Bouqet"

Anleitungen
 

  • Das gesamte Arbeitsgerät und Glasbehältnisse gründlich reinigen und sterilisieren. Sauberkeit ist das oberste Gebot bei jeder Art von Fermentation.
  • Wer für kleinere Mengen selber Apfelsaft pressen will: Apfel gründlich waschen und entkernen. Die Schale unbedingt dran lassen. Auf dieser befinden sich Hefekulturen, welche den Fermentationsprozess in Gang bringen.
    Äpfel mit Schimmel unbedingt aussortieren.
    Die üblichen Saftpressen arbeiten mit Schleudern der Maische. Das ist nicht optimal. Besser sind richtige Pressen, in denen der Saft durch Druck heraus gepresst wird. Aber es geht auch so.
    Rohsaft bzw. Most NICHT erhitzen.
  • Der Glasbehälter zu maximal Drei-Viertel mit dem Rohsaft bzw. Most befüllen. Durch die Gärung entsteht Schaum, der austreten kann.
  • Reinzuchthefe zugeben. Menge bitte den Anleitungen auf der Packung entnehmen. Ich verwende für 800 ml eine Messerspitze.
  • Glasballon mit einem Küchenkrepp und Haushaltsgummi abdecken. So können keine Essigmückle in den Ansatz,aber ausreichend Sauerstoff hinein.

Gärung

  • Glasballon in einen Raum stellen, welche immer rund 22°C hat.
  • Täglich den Glasballon schütteln, damit ausreichend Sauerstoff in den Ansatz kommt. Wer mag, kann auch mit einem Blasebalg Luft in die Flüssigkeit blasen. Bitte nicht mit dem eigenen Atem hinein blasen. Dieser enthält Bakterien und Pilze.
  • Nach rund 4 Monaten ist die erste Gärung abgeschlossen. Der Essig im oberen Teil sollte sich geklärt haben.
  • Jetzt kann der Essig verwendet werden. Wer mag kann ihn auch veredeln und/oder weiter reifen lassen.
Keyword Äpfel, Apfelessig, Apfelsaft, Apfelwein, Apple, Cider, Essig, Fermentation, Fermentieren, Hustensaft, Vinegar

 

 

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