Kampf den Nagern

Vor Jahren war mein Hauptgegner im Gemüsegarten die spanische Wegschnecke. Regelmäßig wurden nicht nur meine Gemüsepflanzen komplett zerstört. Meine mit viel Liebe hochgezogene Setzlinge abgefressen, Auberginen und Tomaten durchzogen von Fraßgängen. Das war kein Spaß! Nur durch regelmäßiges Einsammeln der Nacktschnecken konnte ich sie etwas eindämmen. Mit zusätzliche Abwehrmethoden – Schneckenzaun, Schneckenringe und eine Vielzahl an Blindschleichen – kam etwas Ruhe rein. Es gibt immer noch Nacktschnecken im Gemüsegarten, aber sie hinterlassen verschmerzbare Fraßspuren. 

Jetzt ist mein Angstgegner Nummer ein die gefräßige Wühlmaus. Seit letztem Jahr sind die Fraßschäden an den verschiedensten Gemüse Sorten sprunghaft angestiegen. Selbst Gemüse wie Mangold war nicht sicher. Was im letzten Jahr nicht durch die Wasserknappheit abgestorben ist, wurde abgefressen. 

Da hilft nur aufrüsten. Überall wo es möglich ist ziehe ich den engmaschigen Kleintierdraht ein. Alle neu aufgebauten Hochbeete gibt es nur noch mit Maschendraht. Ich bin nicht wirklich happy darüber, gibt doch das verzinkte Material auch Giftstoffe ab. Aber es hilft nichts. Die Biester kommen ansonsten überall hin. Übrigens musste ich bereits die Erfahrung machen, dass es nicht reicht den Maschendraht zu verlegen! Nein, die mutierten Biester drücken sich zwischen Draht und Beetumrandung durch. Der Maschendraht muss auch noch fest getackter werden! LÜCKENLOS!!! Ich möchte nicht wissen, womit die gedopt sind.

Im April wurde ich noch von einem anderen Gartenblogger gewarnt, nach einem Post vom Hochbeet Aufbau. Dachte er übertreibt. Doch das Massaker im Asia Salat Hochbeet hat mich eines Besseren belehrt! Es war wirklich ein Schock, als ich die Verwüstung sah. Dabei wollte ich gerade einem guten Freund voller Stolz die tolle Asia Salat Zucht zeigen. Peinlich!

Also rein mit dem engmaschigen Kleintierdraht ins Hochbeet

Nicht überall kann ich einfach einen Kleintierdraht einziehen. Die Puffbohnen im normalen Gemüsebeet mussten das bitter büßen. Viele Bohne gingen erst gar nicht auf – weg gefressen. Die aufgegangenen Pflanzen wurden massive dezimiert. Gerad einmal 5! Pflanzen haben es bisher überlebt.

Um weitere Ausfälle zu vermeiden, habe ich aus Resten des Kleintierdrahtes kleine Körbchen geformt. In diese Körbchen pflanze ich jetzt hauptsächlich die selbst gezogenen Paprika Setzlingen. Sie kommen an durch den Wühlmaus Fraß frei gewordenen Platz im Gemüsebeet. So hat mein Verlust wenigstens noch etwas Sinnvolles.

Klappt auch bei Stauden
Der neue Weiße Salbei im Schutzkörbchen aus Hasendraht.

Auch manche Stauden sind bei den Wühlmäusen sehr beliebt. Im Frühjahr wollte ich meinen weißen Salbei umpflanzen. An seinem bisherigen Standort kümmerte er nur rum. Ich dachte es sei der Mangel an Sonne. Aber nein! Beim anpacken der Pflanze hatte ich sie auf einmal in der Hand. Unter ihr eine Höhle, aber keine einzige Wurzel mehr dran. Klar, da kann man nicht mehr wachsen. Der neue Salbei erhält jetzt gleich mal eines der Drahtkörbchen. Und ja, ich liebe den Geruch, wenn man diesen Salbei verbrennt. Aber Rituale mache ich damit keine.

Übrigens: Was überhaupt nicht hilft sind diese Sinn befreiten Maulwurfschreck(en). Das Einzige, was man damit vergräzt sind die Nachbarn. Jeder, der solch ein nutzloses Folterinstrument einsetzt – fast ausnahmslos wieder mal die alten Männer der Blaukorn Fraktion – gehören mit einer Wühlmaus Flut gestraft. 

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