Permagarten Teil 1: Mehrjähriges Gemüse

Auch wenn mir das nicht bewusst war: Ich gärtnere schon lange in weiten Teilen wie eine Permagärtnerin. Nur gemäßigte Unkrautbekämpfung, Umgraben nur wenn unbedingt nötig. Der Kohl darf bei mir im frühen Frühjahr blühen, auch wenn der Gartenvorstand das als Vernachlässigung des Kleingartens klassifiziert. Sogar, dass ich Kartoffeln im Beet vergesse und diese wieder neu austreiben ist in der Permakultur gewollt. Passt also schon mal.

Vor Allem aber mein Mehrjähriges Gemüse bzw. die Sorten, welche sich immer wieder Selbst aussäen sind es, die meinen persönlichen Permagarten definieren.

Die Mehrjährigen in meinem Garten sind: Artischocke, Cardy, Etagenzwiebel, Winterheckenzwiebel, Rhabarber, Tobinambur, Grosné, Broccoli und Spargel. Und natürlich alle möglichen Kräuter von Rosmarin über Salbei und Thymian.

Bis hin zu Schnittlauch und Dill, die allerdings schon zu der zweiten Kategorie gehören. Bei allen Kräutern in meinem Garten lasse ich einige Pflanzen bis zur Samenreife stehen und sich dann selbst wieder aussäen. Hatte ich früher echt Probleme Schnittlauch zu ziehen, nimmt er jetzt schon einen halben Quadratmeter ein. Die sich Selbst aussäenden Gemüsesorten sind: Erdbeerspinat, Baumspinat, Rucola, Gartenmelde, Spargelsalat und Feldsalat. Die wilden Karotten zähle ich jetzt mal nicht zum Gemüse.

Viele der hier aufgezählten Gemüsesorten sind alte Kulturpflanzen oder Neudeutsch „Heirloom“. Alte Kulturpflanzen haben mich schon immer fasziniert. Gezielt habe ich sie auf speziellen Märkten gesucht und gefunden. Einen Permagarten hatte ich dabei nicht im Sinn. Eher das Neuentdecken einer unglaublichen Vielfalt. Erst langsam habe ich mich an den richtigen Anbau und die Nutzungsmöglichkeiten heran getastet.  Oft wachsen sie Jahrelang erst einmal  nur im Hausgarten oder Kleingarten, bis ich sie auch wirklich in der Küche nutze.

Wenn auch nicht in der Masse, so sind es auch gerade diese Gemüsesorten eine große Bereicherung im Garten und auch in der Küche. Das fällt mir besonders im Januar auf, wenn ich fast nichts mehr frisch aus dem Garten holen kann und darunter richtig leide. Man gewöhnt sich so schnell daran, einfach ein paar aromatische Blätter für die Suppe zu Mittag zu zupfen. Ich bin froh, wenn es bald wieder etwas zu ernten gibt.

 

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